Albrecht-Dürer-Haus

Albrecht-Dürer-Haus Ältestes Künstlerhaus Nordeuropas: hier lebte, arbeitete und starb Albrecht Dürer (1471–1528).

🌹 22. Juli – Fest der heiligen Maria MagdalenaMaria Magdalena gehört zu den faszinierendsten Gestalten des Christentums....
22/06/2026

🌹 22. Juli – Fest der heiligen Maria Magdalena

Maria Magdalena gehört zu den faszinierendsten Gestalten des Christentums. Lange Zeit wurde sie vor allem als reuige Sünderin gesehen – ein Bild, das ihre eigentliche Bedeutung überlagerte. In den Evangelien erscheint sie jedoch als treue Begleiterin Jesu und als erste Zeugin der Auferstehung, als „Apostelin der Apostel“. Diese besondere Stellung wurde 2016 nochmals hervorgehoben, als Papst Franziskus ihren Gedenktag offiziell zum Fest erhob.

Albrecht Dürer zeigt in seinem Holzschnitt „Christus erscheint Magdalena“ aus der Kleinen Passion den entscheidenden Augenblick des Erkennens: Maria Magdalena ist vor dem Auferstandenen in die Knie gesunken, den sie zunächst für einen Gärtner hielt. Der Moment ist still und voller Spannung – eine Begegnung, die Trauer in Erkenntnis und Verlust in Hoffnung verwandelt.

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22 July – Feast of Saint Mary Magdalene
Mary Magdalene is one of the most fascinating figures in Christianity. For a long time, she was seen primarily as a repentant sinner – an image that overshadowed her true significance. In the Gospels, however, she appears as a faithful companion of Jesus and as the first witness to the Resurrection, as the ‘Apostle of the Apostles’. This special status was emphasised once again in 2016, when Pope Francis officially elevated her memorial day to a feast day.

In his woodcut ‘Christ Appears to Mary Magdalene’ from the ‘Small Passion’, Albrecht Dürer depicts the decisive moment of recognition: Mary Magdalene has fallen to her knees before the Risen One, whom she initially mistook for a gardener. The moment is still and full of tension – an encounter that transforms grief into realisation and loss into hope.

[1] Christus erscheint Magdalena, um 1510, Holzschnitt, Grafische Sammlung der Stadt Nürnberg

Für Prechtls Skizzenbuch ungewöhnlich zart und auch in der motivischen Reduktion eher untypisch ist dieses schlichte Bil...
18/06/2026

Für Prechtls Skizzenbuch ungewöhnlich zart und auch in der motivischen Reduktion eher untypisch ist dieses schlichte Bildnis eines Mädchens aus der Hauptstadt der niederländischen Provinz Zeeland. Unwillkürlich fühlt man sich an den klaren Blick einer Person erinnert, die Dürer vor der Antwerpener Stadtkulisse in Szene setzte.

Entgegen dem ersten Eindruck handelt es sich dabei wohl um einen jungen Mann, unter Umständen Nicolao Solis, Mitglied der portugiesischen Kaufmannsgilde von Antwerpen. Ausführlich widmet sich Dürer der kostbaren Kleidung des Dargestellten, ebenso den Gebäuden im Hintergrund. Prechtl hingegen lässt all das absichtsvoll weg und damit die hellblauen Augen des Mädchens wirken.

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This simple portrait of a girl from the capital of the Dutch province of Zeeland is unusually delicate for Prechtl’s sketchbook and also rather atypical in terms of its minimalist treatment of the subject. One is instinctively reminded of the clear gaze of a figure whom Dürer depicted against the backdrop of Antwerp.

Contrary to first impressions, the subject is probably a young man, possibly Nicolao Solis, a member of the Portuguese merchants’ guild in Antwerp. Dürer devotes considerable attention to the subject’s sumptuous clothing, as well as to the buildings in the background. Prechtl, by contrast, deliberately omits all of this, thereby allowing the girl’s light blue eyes to take centre stage.

[1] Albrecht Dürer: Porträt einer 24jährigen Person vor der Abteikirche Sint-Michiel in Antwerpen, 1520, Silberstift, Chantilly, Musée Condé

[2] Michael Mathias Prechtl: Mädchen aus Middelburg, 1970, Blei- und Buntstift, Tusche, Aquarell und Deckfarbe, Museen der Stadt Nürnberg, Grafische Sammlung

In dieser Form neu und gleichzeitig charakteristisch für Dürers Silberstiftskizzen ist die Kombination von Brustbild und...
14/06/2026

In dieser Form neu und gleichzeitig charakteristisch für Dürers Silberstiftskizzen ist die Kombination von Brustbild und Landschaft oder Architektur.

Im Porträt des Antwerpener Kunstkritikers und Publizisten Lode van Muylder übernahm Prechtl diese Bildform praktisch unverändert. Van Muylder hatte 1972 die Ausstellung von Prechtls Arbeiten für die Antwerpener Wasserwerke organisiert. Ihm gegenüber erhebt sich das Türmchen einer heute vermutlich zerstörten Antwerpener Kirche.

Einen ähnlichen Turm hatte Albrecht Dürer neben dem Kaufmann Lazarus Ravensburger ins Bild gesetzt – wobei der stolze Händler die Komposition dominiert. Bei Prechtl dagegen sind der nicht weniger imposante, zugleich feingeistig wirkende van Muylder und das fein ziselierte Bauwerk gleichermaßen eindrucksvoll.

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The combination of a bust portrait with a landscape or architectural setting is a new feature in this form, yet one that is characteristic of Dürer’s silverpoint sketches.

In his portrait of the Antwerp art critic and publicist Lode van Muylder, Prechtl adopted this compositional form virtually unchanged. In 1972, Van Muylder had organised an exhibition of Prechtl’s works for the Antwerp Waterworks. Opposite him rises the turret of an Antwerp church that is now presumably in ruins.

Albrecht Dürer had placed a similar tower in the picture alongside the merchant Lazarus Ravensburger – with the proud merchant dominating the composition. In Prechtl’s work, however, the no less imposing yet refined-looking van Muylder and the finely chiselled building are equally impressive.

[1] Albrecht Dürer: Lazarus Ravensburger und der Turm des Hof van Liere in Antwerpen, 1520, Silberstift, Berlin, Kupferstichkabinett

[2] Michael Mathias Prechtl: Lode van Muylder / Türmchen der St. Augustinuskirche, 1972, Blei- und Buntstift, Tusche, Aquarell und Deckfarbe, Nürnberg, Albrecht-Dürer-Haus-Stiftung

Liebe Studierende 🤗Die Grafische Sammlung der Stadt Nürnberg hat einen studentischen Pflichtpraktikumsplatz in Voll- ode...
10/06/2026

Liebe Studierende 🤗

Die Grafische Sammlung der Stadt Nürnberg hat einen studentischen Pflichtpraktikumsplatz in Voll- oder Teilzeit zu vergeben. Das Praktikum findet sowohl in der Grafischen Sammlung als auch im Albrecht-Dürer-Haus statt.

Wer also noch ein Pflichtpraktikum (Bachelor oder Master museumsnaher Fächer, wie Kunstgeschichte, Museologie, Geschichte, Digital Humanities oder SPKE) absolvieren muss, kann sich jetzt gerne bei Dr. Christine Demele, der Leiterin per E-Mail ([email protected] mit unserer Volontärin [email protected] im cc) bewerben.

Immer wieder stellte der Nürnberger Architekt und Künstler Friedrich Neubauer (1912-2004) das Albrecht-Dürer-Haus dar. N...
07/06/2026

Immer wieder stellte der Nürnberger Architekt und Künstler Friedrich Neubauer (1912-2004) das Albrecht-Dürer-Haus dar. Neubauer näherte sich dem berühmten Gebäude in unterschiedlichsten Techniken an, in Linolschnitt, Radierung oder atmosphärischem Aquarell.

Sein künstlerisches Schaffen reicht von Architekturzeichnungen und Druckgrafik bis hin zu gegenstandsloser Kunst. Besonders die Darstellungen des Dürer-Hauses verdeutlichen, wie sehr ihn das Stadtbild beschäftigte und wie stark unterschiedliche Techniken die Wirkung seiner Motive prägen. Jede Ansicht erhält dadurch einen eigenen Charakter.

Ein Brief der Albrecht-Dürer-Haus-Stiftung in einem seiner Skizzenbücher lässt zudem vermuten, dass Neubauer selbst Mitglied der Stiftung war, was die besondere Bedeutung des geschichtsträchtigen Hauses für ihn noch unterstreicht.

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Time and again, the Nuremberg architect and artist Friedrich Neubauer (1912–2004) captured the Albrecht Dürer House in his works. Neubauer approached the famous building using a wide variety of techniques, including linocut, etching and atmospheric watercolour.

His artistic output ranges from architectural drawings and printmaking to abstract art. His depictions of the Dürer House in particular illustrate just how deeply the cityscape preoccupied him and how strongly different techniques shape the impact of his motifs. This gives each view its own distinct character.

A letter from the Albrecht Dürer House Foundation found in one of his sketchbooks also suggests that Neubauer himself was a member of the foundation, which further underscores the special significance of this historic house to him.

[1] Friedrich Neubauer: Albrecht-Dürer-Haus, undatiert, Aquarell, Grafische Sammlung der Stadt Nürnberg
[2] Friedrich Neubauer: Albrecht Dürerhaus in Nürnberg, 1975, Linolschnitt, Grafische Sammlung der Stadt Nürnberg
[3] Friedrich Neubauer: Ansicht des Dürerhauses in Nürnberg, 1975, Radierung, Grafische Sammlung der Stadt Nürnberg
[4] Brief der Albrecht-Dürer-Haus-Stiftung von 2002

Wir können nur darüber rätseln, warum Prechtl dieser Schwester statt des Schleiers die Flügel einer Fliege und eine Bril...
04/06/2026

Wir können nur darüber rätseln, warum Prechtl dieser Schwester statt des Schleiers die Flügel einer Fliege und eine Brille mit blinden Gläsern aufsetzte. Das Wortspiel „Flügelhaube – Fliegenhaube“ in Anspielung auf den Habit liegt nahe. Geht es um blinden Glauben, um Scheinfrömmigkeit? Der wackere Erdarbeiter neben der grotesk wirkenden Nonne verkörpert als Gegenentwurf die harte körperliche Arbeit – ganz im Sinne des theologisch-philosophischen Diskurses von der vita activa und der vita contemplativa.

Wie auf Dürers Porträtzeichnung des Augsburger Kaufmanns Markus Ulstett und einer uns heute unbekannten Antwerpenerin stehen die beiden Figuren unvermittelt nebeneinander: Sie wurden zu verschiedenen Zeiten gezeichnet und unterscheiden sich deutlich hinsichtlich ihrer Proportionen. Gemein haben sie lediglich, dass Dürer es reizvoll fand, sie auf einem Blatt in seinem Silberstiftskizzenbuch zu verewigen.

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We can only wonder why Prechtl chose to adorn this nun with a fly’s wings and a pair of glasses with blank lenses instead of a veil. The pun ‘winged hood – fly hood’, alluding to the habit, seems an obvious interpretation. Is it about blind faith, or false piety? The sturdy labourer standing next to the grotesque-looking nun embodies, as a counterpoint, hard physical labour – very much in keeping with the theological-philosophical discourse on the vita activa and the vita contemplativa.

Just as in Dürer’s portrait drawing of the Augsburg merchant Markus Ulstett and a woman from Antwerp unknown to us today, the two figures stand abruptly side by side: they were drawn at different times and differ markedly in their proportions. The only thing they have in common is that Dürer found it appealing to immortalise them on a page in his silverpoint sketchbook.

[1] Michael Mathias Prechtl: Die Nonne mit der Fliegenhaube / Erdarbeiter in Deurne, 1972, Blei- und Buntstift, Tusche, Aquarell und Deckfarbe, Nürnberg, Albrecht-Dürer-Haus-Stiftung

[2] Albrecht Dürer: Markus Ulstett / Die schöne Jungfrau zu Antwerpen, 1521, Silberstift, Frankfurt am Main, Städel Museum

02/06/2026
✏️ Karikaturen zeichnen, inspiriert durch Prechtl und DürerSonntag, 7. Juni 2026, 12 bis 15 UhrWorkshop für junge Leute ...
31/05/2026

✏️ Karikaturen zeichnen, inspiriert durch Prechtl und Dürer

Sonntag, 7. Juni 2026, 12 bis 15 Uhr

Workshop für junge Leute und Erwachsene mit dem Künstler Diego Bianconi

Während seiner Reise in die Niederlande begegnete Albrecht Dürer wichtigen Persönlichkeiten, die er mit dem Silberstift fein nuanciert porträtierte. Die Silberstiftzeichnung verlangt besonders präzise, überlegte Striche, denn sie ist nicht radierbar. Auch Michael Mathias Prechtl war fasziniert von den Menschen, die er auf Dürers Spuren traf. Doch sein Blick richtet sich eher auf Typen als auf Individuen: Marktfrauen und Fischer, schüchterne junge Frauen, gesetzte Herren und Nonnen. Und er nutzte Buntstifte, farbige Tinten und Aquarellfarbe, um seine Porträts lebendig werden zu lassen. Diese sind nicht immer schmeichelhaft, doch stets präzise beobachtet.

Wie trifft man den Charakter des Gegenübers? Wodurch wird ein Porträt zur Karikatur? Mit dem versierten Zeichner Diego Bianconi spüren Sie diesen Fragen nach. Zeichenkenntnisse sind von Vorteil, aber nicht unbedingt notwendig. Stifte und Papier sind vorhanden, doch Fortgeschrittene sind eingeladen, eigene trockene Stifte und ihre Skizzenbücher o. ä. mitzubringen.

Wichtiger Hinweis:
Es steht nur eine begrenzte Anzahl von Plätzen zur Verfügung, deshalb bitten wir um vorherige Anmeldung.
Tel. (0911) 231 - 25 68
[email protected]

Dauer: 3 Stunden
Kosten: 5 EUR pro Person (zzgl. Museumseintritt)

[2][3] Bildnachweis: © Diego Bianconi

Adresse

Albrecht-Dürer-Straße 39
Nuremberg
90403

Öffnungszeiten

Montag 10:00 - 17:00
Dienstag 10:00 - 17:00
Mittwoch 10:00 - 17:00
Donnerstag 10:00 - 17:00
Freitag 10:00 - 17:00
Samstag 10:00 - 18:00
Sonntag 10:00 - 18:00

Telefon

+499112312568

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