10/06/2026
Hans Sachs ist eben überall, egal ob real oder ersonnen.
Vorsicht, hier liegt Hans Sachs – nicht! Aber hier liegt doch ein Hans Sachs. Wie kommt es?
Hans Sachs, der bekannte und berühmte Schuster und Meistersänger, starb am 19. Januar 1576 und wurde auf dem Johannisfriedhof begraben – weil er zuletzt nördlich der Pegnitz gewohnt hatte und seit ca. 1520 alle Bewohner dieser Stadtseite auf dem etwa eine Viertelstunde zu Fuß im Westen vor der Stadt liegenden Areal bestattet werden mussten.
Spätere Verehrer wollten es, dass man sein Grab genau kennt, und fanden auf einem Epitaph auf dem Johannisfriedhof (Grab Nr. 503) den Namen Hans Sachs. Vielleicht konnten sie die Schrift nicht lesen, denn der Text sagt uns, dass dieser Hans Sachs ein Zuckermacher, also ein Bereiter von Zuckerwerk war. Er kann es also nicht sein, und auch die Jahreszahl 1589 stimmt nicht.
Werden wir es jemals wissen? Ein entschiedenes Vielleicht. Denn das älteste Amtsbuch des reichsstädtischen Kirchenamts mit der Abschrift von Grabbriefen, in denen jeweils die Nachbargräber benannt sind, stammt aus der Zeit um 1580 und könnte - bei Durchsuchung ohne Anhaltspunkt - eventuell Aufschluss über die genaue Begräbnisstelle geben. Der Band liegt heute bei unseren Kollegen vom Landeskirchlichen Archiv und wartet auf Auswertung.
Abb.: Epitaph auf Grab Nr. 503 auf dem Johannisfriedhof von Georg II. Weinmann (Stadtarchiv Nürnberg A 42 Nr. H_503)
# stadtgeschichte # gedächtnisderstadt # johannisfriedhof