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Die Handwerkerhäuser in der Kühnertsgasse - Ein Guckkästchen in die Geschichte
Die drei spätmittelalterlichen Häuser in der Kühnertsgasse stellen eine einzigartige Zeitkapsel der Nürnberg Geschichte dar. Ab 1377 entstanden und im Laufe der Zeit mehrfach umgestaltet, haben sie die Jahrhunderte weitgehend unbeschadet überdauert und bli
eben als einzige Vertreter ihrer Art in dieser Ecke der Altstadt von den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges verschont. Das älteste Bauteil verbirgt sich in der Nr. 22, wo sich in dem ursprünglich zweigeschossigen Fachwerkhaus von 1377 Reste eines eingestellten Holzkasten in Blockbauweise erhalten haben. 1434 wurden auch die beiden angrenzenden Häuser Nr. 20 und 18 als zweigeschossige Fachwerkbauten errichtet. Danach erfolgten in den Häusern im Laufe der Jahrhunderte wiederholte Umbauten. Die Quellen vermitteln einen lebendigen Eindruck, wer darin gelebt und gearbeitet hat. Für die Nr. 18 ist die handwerkliche Nutzung besonders gut belegt. Zur Erbauungszeit arbeitete hier ein Rotschmied, gefolgt von Schwarz-. In der Nr. 20 dagegen sind durch spätere Umbauten alle älteren Befunde gestört, aber auch hier sind Schmiede nachweisbar.
Ähnliches gilt für die Nr. 22, wo Umbauten ältere Spuren vernichteten. Schriftliche Quellen berichten jedoch z. vom Nagler Georg Heeß, der das Haus 1639 erwarb, es aber wegen hoher Schulden 1657 verkaufen musste. So wundert es nicht, dass er seinen Lebensabend im Mendelschen Zwölfbrüderhaus verbrachte und damit ein Porträt von ihm erhalten ist. Die drei Handwerkerhäuser wurden 1974 unter Denkmalschutz gestellt, jedoch ohne dass sich allerdings jemand ihrer angenommen hätte. Erst 2002 konnten es die Altstadtfreunde dank in Aussicht gestellter Zuschüsse wagen, die Herkulesaufgabe der Sanierung zu übernehmen. Im Einvernehmen mit den Denkmalbehörden und der Naturhistorischen Gesellschaft wurde ein Nutzungskonzept entwickelt mit dem Ziel, das Leben und Arbeiten von Handwerkern vom späten Mittelalter bis in die frühe Neuzeit in einem lebendigen Museum "zum Anfassen" darzustellen. archäologischen Grabungen konnte 2005 endlich mit der Sanierung begonnen werden. Alle Arbeiten wurden in handwerklicher Tradition ausgeführt, wobei viel Wert darauf gelegt wurde, die historische Bauweise ablesbar zu machen. Erwähnung verdient hier, die gute Zusammenarbeit mit dem Fränkischen Freilandmuseum.