04/04/2026
81. Jahrestag der Entdeckung des KZ Ohrdruf am 4. April 1945
Heute vor 81 Jahren stießen amerikanische Verbände der 3. US-Army auf das KZ Ohrdruf. Es war das erste KZ, was die Westalliierten zu sehen bekamen - und die Bilder brannten sich tief in die Erinnerungen jedes einzelnen Soldaten ein. Bald schon wurde Ohrdruf zum Synonym für die von den Nationalsozialisten angerichteten Gräueltaten gegen die Menschheit.
Insgesamt ca. 20.000 Häftlinge wurden von November 1944 nach Ohrdruf als Arbeitssklaven für die Baustelle im Jonastal deportiert, von denen ca. 7.000 den Tod fanden. Unter unmenschlichen Bedingungen mussten sie hart arbeiten, Appelle und Folter durchleiden. Als die Westalliierten Truppen immer näherkamen, evakuierte die SS das Lager und ermordete alle, die als nicht marschfähig galten unter einem perfiden Vorwand. Die übrigen Häftlinge begaben sich auf den "Todesmarsch" in Richtung KZ Buchenwald. Während des Marsches fanden weitere tausende ihren Tod.
Die Überlebenden konnten ihre Geschichten noch erzählen, doch auch sie sind kaum noch da. Also wie erinnert man den Holocaust und die vielen weiteren Verbrechen, wenn die Überlebenden nicht mehr da sind?
Dieser Frage stellte sich zum diesjährigen Jahrestag eine Gruppe junger Menschen in Zusammenarbeit mit dem Arolsen Archives und der Stiftung Erinnerung Verantwortung Zukunft am 28.03.26 in Ohrdruf. Das Programm, das sich vor allem an Schülerinnen und Schüler richtete, bestand aus einer Gedenkveranstaltung auf dem Gelände des ehemaligen Nordlagers, bei der u.a. Dr. Christoph Mauny von der Jugendkunstschule Weimar eine Rede hielt und Schülerinnen und Schüler aus Arnstadt ein Projekt vorstellten.
Die nächste Station war das Massengrab am Obelisken zum Gedenken der Opfer, wo jeder und jeder der/die wollte, eine Rose niederlegen konnte. Dabei waren auch als Vertreter der Stadt Ohrdruf der zweite Beigeordnete Nico Milz sowie Stadtratsmitglied Klaus-Peter Schambach.
Nach dem Mittag ging es mit einer Podiumsdiskussion und vier Workshops im Schloss Ehrenstein unter reger Teilnahme weiter.