Historisch-Technisches Museum Peenemünde

Historisch-Technisches Museum Peenemünde Offizielle Seite des Historisch-Technischen Museums Peenemünde

Die Versuchsanstalten Peenemünde waren von 1936 bis 1945 das größte militärische Forschungszentrum Europas. Auf einer Fläche von 25 km² arbeiteten bis zu 12.000 Menschen gleichzeitig an neuartigen Waffensystemen, wie etwa dem weltweit ersten Marschflugkörper und der ersten funktionierenden Großrakete. Beide wurden als Terrorwaffen gegen die Zivilbevölkerung konzipiert, größtenteils von Zwangsarbei

tern gefertigt und gelangten ab 1944 als „Vergeltungswaffen“ zum Einsatz im Zweiten Weltkrieg. Das Historisch-Technische Museum Peenemünde arbeitet die Geschichte der Entstehung und Nutzung dieser Waffen auf. Die Ausstellungen dokumentieren, wer in Peenemünde arbeitete, wie die Menschen lebten und warum die enorm aufwändigen Waffenprojekte durchgeführt wurden.

04/06/2026

Neues Großexponat für das Freigelände des Historisch-Technischen Museums Peenemünde

Dieses Objekt aus unserer Sammlung wurde Anfang der 1990er Jahre im Bereich der ehemaligen Versuchsstelle der Luftwaffe Peenemünde-West geborgen und anschließend provisorisch im Kesselhaus des Peenemünder Kraftwerks eingelagert.

Nun soll es künftig auch für unsere Besucherinnen und Besucher zugänglich sein. Zur Vorbereitung der Aufstellung im Freigelände haben wir das Ausstellungsstück daher in unsere Restaurierungswerkstatt gebracht.

Wer erkennt, was hier bald als neues Großexponat zu sehen sein wird?

Fortsetzung folgt.

04/06/2026
Puppenmöbel mit Strohmosaiken, Signatur: HTM2018/0018Ein Soldat, der im Versuchskommando Nord in Peenemünde arbeitete, e...
03/06/2026

Puppenmöbel mit Strohmosaiken, Signatur: HTM2018/0018

Ein Soldat, der im Versuchskommando Nord in Peenemünde arbeitete, erwarb diese Puppenmöbel als Geschenk für seine Tochter zum Weihnachtsfest 1942. Die Tochter erzählte, dass ihr Vater diese Möbel sicherlich gegen Lebensmittel von einem ihr unbekannten Häftling eingetauscht hätte.

Verschiedene Zeitzeugen berichten ähnliches: Osteuropäische Zwangsarbeiter bzw. sowjetische Kriegsgefangene nutzten ihre Freizeit für zusätzliche Heimarbeit. Sie tauschten die Produkte gegen Nahrung. Einwohner und Mitarbeiter der Versuchsstellen erwarben beispielsweise dekorative Kästchen zur Aufbewahrung von Haushaltswaren, Bilder oder Holzspielzeug. Obwohl dieser Tauschhandel offiziell verboten war, duldete ihn die Standortleitung. Die Tauschwährung war in der Regel Brot. Auch offiziell nutzten Offiziere das handwerkliche Geschick der Gefangenen. Zum Beispiel stellten Kriegsgefangene für den leitenden Offizier des Entwicklungswerks eine Wiege zur Geburt des Kindes her.

Auf den Puppenmöbeln fallen die Ornamente in Form von Strohmosaiken auf. Solche Stroharbeiten waren in verschiedenen osteuropäischen Ländern unter deutscher Besetzung verbreitet. Die Hersteller mussten geübt in dieser Volkskunst sein, um die teilweise komplizierten Muster aufzukleben. Dass die Zwangsarbeiter Schmuckstücke und Alltagsgegenstände für ihre Herren herstellten, mutet an wie Leibeigenschaft. Sie konnten mit diesen Arbeiten ihre Lebenssituation verbessern, lenkten sich jedoch auch von ihrem schweren Alltag in der Fremde ab und schufen sich ein Stück heimatliche Identität.

Abbildungen: HTM Peenemünde, Archiv, APS Bornträger

Am 30. Mai 2026 feierte die Freiwillige Feuerwehr Peenemünde ihr 30-jähriges Bestehen mit einer Festveranstaltung und ei...
01/06/2026

Am 30. Mai 2026 feierte die Freiwillige Feuerwehr Peenemünde ihr 30-jähriges Bestehen mit einer Festveranstaltung und einem abwechslungsreichen Begleitprogramm mit einem Festumzug und Einsatzübungen der Jugendfeuerwehren des Amtes Usedom-Nord, Karlshagen und Zinnowitz.

Wir gratulieren der Freiwilligen Feuerwehr Peenemünde herzlich zu diesem besonderen Jubiläum und wünschen den Kameradinnen und Kameraden auch für die Zukunft stets erfolgreiche Einsätze, Gesundheit und eine starke Gemeinschaft. Zugleich bedanken wir uns für die engagierte ehrenamtliche Arbeit und den Einsatz zum Schutz und Wohl der Bürgerinnen und Bürger. Dieses langjährige Engagement verdient große Anerkennung und unseren besonderen Respekt.

Am 31. Mai 2026 findet im Historisch-Technischen Museum Peenemünde um 16:00 Uhr ein besonderes Konzertprojekt mit dem Ti...
29/05/2026

Am 31. Mai 2026 findet im Historisch-Technischen Museum Peenemünde um 16:00 Uhr ein besonderes Konzertprojekt mit dem Titel „Fluchtgeschwindigkeiten“ statt.

Die Künstlergruppe Zwischenakt um Burkhard v. Puttkamer (Bariton) sowie Alina Pronina, Katharina Landl und Giedre Lutz (Klavier) widmet sich musikalisch der Geschichte der Peenemünder Versuchsstellen im Spannungsfeld von technischem Fortschritt und Verbrechen. Mit Liedern von Schubert, Schumann und Eisler sowie Tondokumenten mit Zeitzeugenberichten entsteht eine eindringliche Konzertcollage. Vorgetragen in der beeindruckenden Akustik des 28 Meter hohen Kesselhauses des Peenemünder Kraftwerks wird sie zu einem einzigartigen Erlebnis am historischen Ort. Zur Einstimmung auf das Konzert erhalten die Gäste eine exklusive Museumsführung.

„Fluchtgeschwindigkeit“ bezeichnet in der Physik die Geschwindigkeit, die ein Körper erreichen muss, um die Gravitation der Erde ohne weiteren Antrieb zu überwinden. In der Heeresversuchsanstalt Peenemünde gelang 1942 mit dem weltweit ersten Start einer Rakete ins All einer der spektakulärsten und gleichzeitig gefährlichsten technischen Durchbrüche des 20. Jahrhunderts.

Die Versuchsstellen der Wehrmacht in Peenemünde waren von 1936 bis 1945 ein Zentrum militärischer Großforschung und industrieller Produktion. Auf einer Fläche von 30 Quadratkilometern arbeiteten bis zu 12.000 Menschen gleichzeitig an neuartigen Waffensystemen wie dem weltweit ersten Marschflugkörper und der ersten Großrakete. Beide wurden als Terrorwaffen gegen Zivilbevölkerungen konzipiert, größtenteils von Zwangsarbeitern gefertigt und gelangten ab 1944 als „Vergeltungswaffen“ zum Einsatz im Zweiten Weltkrieg.

Das Historisch-Technische Museum Peenemünde befindet sich im ehemaligen Kraftwerk der Versuchsstellen. Als letztes vollständig erhaltenes Großgebäude ist es heute das zentrale Denkmal des Areals. Das Museum bewahrt, erforscht und vermittelt die Geschichte der Versuchsstellen am authentischen Ort und ordnet sie in größere historische und gesellschaftliche Zusammenhänge ein.

Eine Seminargruppe des Arbeitsbereichs Geschichtsdidaktik der Universität Greifswald besuchte unser Museum. Bei einer Fü...
28/05/2026

Eine Seminargruppe des Arbeitsbereichs Geschichtsdidaktik der Universität Greifswald besuchte unser Museum. Bei einer Führung lernten die Studentinnen und Studenten mit ihrer Kursleitung Dr. Martin Buchsteiner und Sabine Görner vom städtischen Museum Anklam die Geschichte Peenemündes kennen und diskutierten den Wert und die Herausforderung von authentischen Orten für das historische Lernen.

Der Besuch war Teil einer Kooperation unseres Museums mit der JBS Golm und dem Museum im Steintor Anklam, über die das pädagogische Potential der Einrichtungen zur Geschichte von Nationalsozialismus und Zweitem Weltkrieg gemeinschaftlich weiterentwickelt wird. Die Gruppe angehender Lehrerinnen und Lehrer konnten wir bereits für unser Angebot interessieren.

Bierflasche Demminer Bockbrauerei, Signatur: HTM2016/0024Diese zerbrochene Bierflasche der Demminer Bockbrauerei A.G. wu...
27/05/2026

Bierflasche Demminer Bockbrauerei, Signatur: HTM2016/0024

Diese zerbrochene Bierflasche der Demminer Bockbrauerei A.G. wurde an der Teilewerkstatt des Entwicklungswerkes der Heeresversuchsstelle Peenemünde gefunden. In dieser großen Halle und der benachbarten Zusammenbauwerkstatt wurden A4-Raketen für die Erprobung der neuen Technik gefertigt.

Auf der Vorderseite der Flasche befindet sich ein Relief mit der Darstellung des Wappens der Stadt Demmin, eine Burg mit Greif unter Spangenhelm. Die Flasche kann gut datiert werden: 1936 begannen die Baumaßnahmen für die Versuchsstelle, und 1939 strich die Demminer Brauerei das Wörtchen „Bock“ aus ihrem Namen, die Flasche stammt also aus der Zeit dazwischen.

Funde von Bierflaschen sind eher in Unterkunftsbereichen üblich, wo die Arbeiter nach Feierabend Alkohol konsumierten. Bei der Fundstelle der Flasche handelt es sich aber um den zentralen Werkbereich des Heeres in Peenemünde. Den Arbeitern war also wohl auch erlaubt, während der Arbeitszeit Bier zu trinken.

Abbildungen: HTM Penemünde Archiv, APS Lehmacher

Historisch-Technisches Museum Peenemünde begleitet „Tag im Zeichen unserer Werte“ des Deutschen Anteils MNC NEDas Histor...
21/05/2026

Historisch-Technisches Museum Peenemünde begleitet „Tag im Zeichen unserer Werte“ des Deutschen Anteils MNC NE

Das Historisch-Technische Museum (HTM) Peenemünde war am 19. Mai 2026 Gastgeber des „Tags im Zeichen unserer Werte“ des Deutschen Anteils Multinational Corps Northeast (DtA MNC NE), des DtA AOCC MNC NE sowie der Heeresverbindungsdienststelle Polen. Die Veranstaltung fand im Rahmen der politischen Bildung des Heeres statt und widmete sich den Themen Führungskultur, historische Verantwortung und Extremismusprävention.

Rund 100 Soldatinnen und Soldaten nahmen an Führungen, Fachvorträgen und Reflexionsformaten teil. Ziel der Veranstaltung war die Stärkung der Inneren Führung sowie die Förderung von Wertebewusstsein und Handlungssicherheit im Umgang mit extremistischen Tendenzen. Dabei wurde verdeutlicht, dass extremistische Einstellungen den inneren Zusammenhalt, das Vertrauen sowie die Einsatzbereitschaft militärischer Organisationen gefährden.

Im Mittelpunkt standen die historischen Entwicklungen am Standort Peenemünde während der Zeit des Nationalsozialismus sowie Fragen individueller Verantwortung und moralischer Haltung. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten Einblicke in die Geschichte der Heeresversuchsanstalt Peenemünde, die Raketenentwicklung sowie die Rolle von Wissenschaft und Militär innerhalb des nationalsozialistischen Systems. Ergänzend wurden Aspekte von Zwangsarbeit und den Folgen des damaligen Handelns thematisiert.

Ein weiterer Schwerpunkt war ein Fachvortrag von Dr. Christian Ulbricht vom Regionalzentrum für demokratische Kultur Vorpommern-Greifswald zum Thema Extremismus. Dabei wurden aktuelle Erscheinungsformen extremistischer Ideologien sowie deren Auswirkungen auf Gesellschaft und sicherheitsrelevante Organisationen dargestellt und diskutiert.

Die Kombination aus historischem Lernort, fachlicher Einordnung und strukturierter Reflexion ermöglichte eine intensive Auseinandersetzung mit demokratischen Werten, persönlicher Verantwortung und militärischer Führungskultur. Die Veranstaltung wurde von allen Beteiligten als wichtiger Beitrag zur politischen Bildung bewertet.
military.mncne

Bahnschild „Siedlung-Lager“, Signatur HTM2001/0036Dieses Bahnschild stammt aus der Unterführung des ehemaligen Bahnhofes...
20/05/2026

Bahnschild „Siedlung-Lager“, Signatur HTM2001/0036

Dieses Bahnschild stammt aus der Unterführung des ehemaligen Bahnhofes „Siedlung“ in Karlshagen, der heute als gut erhaltene Ruine Teil der Denkmallandschaft Peenemünde ist. Der Bahnhof trug den Namen der ab 1936 neu errichteten Siedlung für die Betriebsangehörigen der Peenemünder Versuchsstellen und deren Familien. Für die Siedlung wurde von Beginn an ein Bahnhof geplant, der Bau einer neuen Bahnstrecke ab Zinnowitz war dafür Voraussetzung. Der Transport der Mitarbeiter war eine wichtige Infrastrukturaufgabe.

Dabei lebte allerdings der größte Teil der in den Versuchsanstalten Arbeitenden nicht in der gut ausgestatteten Siedlung, sondern in Barackenlagern. Die Bezeichnung „Lager“ auf dem Bahnschild weist also auf ein besonders großes Arbeiter- und später Soldatenlager hin, das sich auf der westlichen Seite des Bahnhofes befand. Es war zunächst für den Arbeitskräftebedarf der Fertigungsstelle geplant, in der die in Peenemünde entwickelten A4-Raketen in Serie gebaut werden sollten. Entgegen der Vorgaben für Behelfsbauweisen im Krieg wurde es mit einem fest gebauten Versorgungsgebäude mit Einrichtungen wie Kantine, Kinosaal, eigenem Klärwerk usw. ausgestattet. Das Lager sollte eine Kapazität für bis zu 5.000 Personen haben, wobei es sich zum größten Teil um Holzbaracken handelte. Ab 1942 diente es technisch ausgebildeten Soldaten als Unterkunft, die von der Front abgezogen worden waren. Diese Soldaten des sogenannten Versuchskommandos Nord (VKN) arbeiteten zusammen mit den Zivilangestellten der Heeresversuchsstelle Peenemünde.

Das Bahnschild zeigen wir in unserer aktuellen Sonderausstellung „Die Ruinen von Peenemünde“.

Abbildungen: HTM Peenemünde Archiv, APS Pitschmann und Lehmacher, Ansichten des Bahnhofes Siedlung nach dem ersten Angriff auf Peenemünde im August 1943, heutige Ansichten des Bahnhofes; RAD-Männer auf der alten Peenemünder Landstraße, im Hintergrund die überdachten Bahnsteige; Postkarte der Siedlung Peenemünde; Ansicht des Arbeiterlagers (VKN-Lager)

Kostenlose Sonderführung im Historisch-Technischen Museum PeenemündeAm Sonntag, dem 17. Mai 2026, wird weltweit der Inte...
15/05/2026

Kostenlose Sonderführung im Historisch-Technischen Museum Peenemünde

Am Sonntag, dem 17. Mai 2026, wird weltweit der Internationale Museumstag gefeiert. Im Historisch-Technischen Museum Peenemünde erwartet Museumsbesucher an diesem Tag eine Sonderführung. Ab 11:00 Uhr führt der Historiker Dr. Cornelius Lehmann durch die Ausstellung sowie das Kraftwerk Peenemünde und gibt Einblicke in die Museumsarbeit. Die Sonderführung ist kostenfrei; es gelten die regulären Öffnungszeiten und Eintrittspreise des Museums.

Viele Museen laden am Museumstag 2026 unter dem Motto „Museums Uniting a Divided World“ dazu ein, ihre Vielfalt und verbindende Wirkung zu entdecken. Das diesjährige Motto hebt die besondere Rolle von Museen in Zeiten gesellschaftlicher Spannungen hervor. Als Orte des Dialogs und der Begegnung bauen sie Brücken zwischen Kulturen, Generationen und Lebensrealitäten und fördern ein respektvolles Miteinander. Damit leisten Museen einen wichtigen Beitrag zu mehr Austausch, Teilhabe und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Das Thema „Museums Uniting a Divided World“ wird auch die Feierlichkeiten zum 80-jährigen Jubiläum von ICOM im Jahr 2026 prägen – acht Jahrzehnte des Engagements für Museen und Museumsfachleute weltweit.

Adresse

Im Kraftwerk
Peenemünde
17449

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