Haus der Heimat Pressath

Haus der Heimat Pressath Heimatmuseum Pressath Alltagsgegenstände des 19.

Die Ausstellungsgegenstände vermitteln einen Eindruck über das religiöse Brauchtum der westlichen Oberpfalz (Raum 1), von Künstlern der näheren und weiteren Umgebung (Raum 2) und vom Handwerk (Raum 3). Jahrhunderts (Raum 4) und landwirtschaftliche Exponate (Dachboden) geben darüberhinaus Aufschluß über das Leben und Arbeiten in vergangenen Zeiten. In den ausgestellten Gegenständen spiegelt sich de

r Zeitraum vom Dreißigjährigen Krieg (Wandrelief von der Belagerung Pressath 1633) bis in die jüngste Vergangenheit wieder. Umfangreiches Bildmaterial dokumentiert Soldatenschicksale der beiden Weltkriege, Erinnerungen an Klassentreffen, Kindergartengruppen, Höhepunkte der Vereins- und Stadtgeschichte und vieles mehr.

25/05/2026

Bärbel Zankl
14 Std. ·
Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser!
Heute der I. Teil der Bekanntmachungen aus d. Amtsblatt d. kgl. Bezirksamt Eschenbach.
05.02.1873: Dippl Johann wird als Brandversicherungstaxator für den LGBez. ESB aufgestellt u. eidlich verpflichtet.
28.06.1874: Errichtung eines Uhrmachergeschäftes, Inhaber Ignatz Wenning.
15.011.1874: Unterzeichnetem ist am 15.11. ein weißer Pudel männlichen Geschlechts auf den Ruf Karo gehend zugelaufen. Der rechtmäßige Eigenthümer kann denselben gegen Erstattung der Inseratskosten und Futterkosten in Empfang nehmen. Joseph Gailler Bierbrauer in Pressath.
17.071874.: Stellenausschreibung für einen Hirten.
1874: Feuerbeschauer f. Pressath = 1. Zehrer Johann Adam, Maurermeister von Neustadt am Kulm. 2. Rohrer Lorenz Zimmermeister von Eschenbach und 3. Härtl Wolfgang, Kaminkehrer von Eschenbach.
Feuerbeschauer für Riggau, Troschelhammer u. Dießfurt = Franz Reiter, Maurermeister von Pressath u. Härtl Wolfgang, Kaminkehrer von Eschenbach.
Feuerbeschauer f. Pichlberg, Thomasreuth u. Weihersberg = Dippel Johann, Zimmermeister v. Pressath.
Feuerbeschauer für Eschenbach u. Grafenwöhr sind Reiter Franz u. Dippel Johann.
24.09.1884: Die Schlosser Gebrüder Gierisch und der Zimmermann Konrad Dippel von Pressath haben eine neue Dampfdreschmaschine hergestellt, welche seit kurzer Zeit im Gebrauch steht und sich in jeder Beziehung als vollkommen entsprechend bewährt. Als heute früh die fragliche Maschine nur wenige Minuten im Betriebe war, verunglückte der Schneidermeister Franz Eckert von hier, welcher sich oben auf der Maschine befand, dadurch, daß er unvorsichtiger Weise mit einem Fuße in die Maschine kam und oberhalb des Knöchels vollständig abgerissen wurde.
28.12.1885: Es wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß der Bautechniker Max Reiter, Pressath, als Bauverständiger zur Schätzung der Gebäude u. der gewöhnlichen Zugehörungen für den den Distriktsverwaltungsbezirk Eschenbach an Stelle d. freiwillig zurückgetretenen Maurermeister Franz Reiter, Pressath, gemäß d. Entschließung der Brandversicherungskammer München v. 23.12. aufgestellt und dahier eidlich verpflichtet wurde.
07.04.1886: Es wird bekannt gegeben, daß dem praktischen Arzt Herrn Dr. Max Wallner in Pressath die Verwesung der erledigten Bezirksarztstelle 1. Classe dahier übertragen worden ist. Dienstags u. Freitags zur Ausübung der ärzlichen Praxis in Eschenbach.
21.03.1887: Die Wohltätigkeitsstiftung d. verstorbenen Polatechniker (was ist das?) Gierisch in Pressath mit dem Kapitale von 200 Mark zur Bekleidung armer Erstkommunikanten wurde landesherrlich bestätigt.
21.03.1887: Es wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß dem Badergesellen Joseph Dietl, Pressath, für die Dauer der Erkrankung seines Vaters Michael Dietl die Funktion eines Leichenschauer-Stellvertreter für den Leichenschaubezirk Pressath übertragen wurde.
06.11.1887: Es wird bekannt gemacht, daß für den Bezirk d. kgl. Amtsgerichtes Eschenbach Herr Johann Reithmann, Mühlenbauer in Pressath zum Vertrauensmann-Stellvertreter diesseitiger Berufsgenossenschaft vom Vorstand ernannt worden ist. Genossenschaftsvorstand Max Steinmetz, Vorsitzender.
01.10.1899: es wird öffentlich bekannt gemacht, daß ab 1. Okt. 1899 für den Bezirk d. K. Amtsgerichtes Eschenbach Herr Johann Reithmann, Baumeister, Mühlenbaugeschäft in Pressath zum Vertrauensmann und Herr J.B. Haustein, Spenglermeister in Pressath zum Vertrauensmannstellvertreter der Bayer. Berufsgenossenschaft vom Genossenschaftsvorstand ernannt worden ist. München 01.10.1899 Genossenschaftsvorstand Heldenberg, Vorsitzender.
29.07.1908: Der erledigte Schul-Kantor-und Chorregentendienst zu Pressath wurde dem Volksschullehrer Georg Bauer in Trasching auf Ansuchen verliehen.
31.12.1909: Grafenwöhr. Das der Witwe Specht dahier gehörige Schleif- u. Polierwerk Grünbach bei Trabitz ging durch Kauf an die Fabrikbesitzerswitwe Marie Heindl in Drahthammer um den Preis von 30.000 Mark über.
26.08.1913: Das Obst an den Staatsstraßen wird am 28.08.1913 um 14 Uhr im Gasthof zur Post versteigert. Losteinteilung bei den Straßenwärtern Prantl u. Göppl zu erfahren.
16.03.1916: Verzeichnis über dier erteilten Erlaubnisscheine zum gewerbsmäßigen Weiterverkauf von Vieh im Bezirks Eschenbach = Pfleger Isidor, Oberndorfer Max u. Weih Max, Metzermeister in Pressath.
07.10.1916: Es wird den Angehörigen unserer Krieger erwünscht sein zu hören, daß Herr Hauptlehrer Fritz Hoffmann von Pressath auf Ansuchen eine Vertrauensstelle für Kriegsgefangenenhilfe für Ausforschung von Vermißten usw. für unseren Bezirk übernommen hat.
1919: Anton Johann Hautmann, Blechwarenfabrikant und Installationsgeschäft, Pressath, Tel. Nr. 13.
Zur Beachtung: Hiermit bringe ich zur Kenntnis, daß ich das Anwesen d. Herrn H. Schwindl Nr. 135 käuflich erworben habe. In meinem bisherigen Geschäft führe ich von jetzt an sämtliche landwirtschaftl. Geräte, Kleineisenwaren, Kolonialwaren, Farben, Öfen und Herde. In meinem neu errichteten Geschäft: Haus- u. Küchengeräte in emaillierter Ausführung, in Porzellan und in verzinnter u. verzinkter Ausführung, säml. elektron. Bedarfsartikel, Kurz- u. Galanteriewaren, Steinguttöpfe, Heiligenbilder u. Figuren, Landschaftsbilder. Das von Herrn Schwindl geführte Schuh,-Hut-und Mützen Gechäft führe ich weiter.
1920: Geschäftsempfehlung für Pressath u. Umgebung im Umarbeiten und Neuanfertigen von Damen- u. Kinderhüten, Umpressen v. Filzhüten. Margaretha Schmidt, Pressath hinter der Kirche. (Hausname: Schmidbartl).
Wünsche euch allen eine schöne Woche!

20/04/2026

Hallo Ihr Lieben. Leider konnte ich in letzter Zeit nichts mehr über Pressath schreiben.
Heute: Aufzeichnungen von Lehrer Scheidler, ein unermüdlicher Forscher der Geschichte von Zessau, Weihersberg u. vielen anderen Dörfern.
"1497 wird Sigmund Löneißen als Herr auf Weihersberg genannt. So tritt 1512 und im Jahre 1543 Jeronimus Löneisen zu Weihersberg auf, als dessen Untertanen zu Zessau gegen die Speinshartischen zwei Bauern zu Kurbersdorf stritten, ihrer beiderseits anstoßenden Felder halber. Die Kurbersdorfer überackerten die Grenze. Der Augenschein führte "vom Kelle an der Landstraß anfangend aufwärts über den Höllriegl und von da abwärts in die Sperbersloh."
Im Oktober 1553 beschwerte sich Jeronimus Loneisen zum Weihersberg wider den Hammermeister Hans Kotz auf dem "Zingelhammer", oder Sassenreuth. Loneisen hatte nämlich einen Weiher bei Zintlhammer, welchener ohne das Aufziehen des Kotzenfalles oder Hammerwehrs nicht fischen konnte. Kotz verweigerte den Aufzug. Der Landrichter gebot, das Wühr einmal im Jahr bei 10 Gulden Straf zu öffnen. Kotz hat daraufhin, nachdem sich doch benachbarte Landasssen in der Regel ständig in den Haaren lagen, eine lange Beschwerdeschrift des Wühres und Ander mehr Punkte halber, übergeben. Dieser Brief ist jedoch nicht vorhanden.
Jeronimus Löneisen scheint um 1555 gestorben zu sein; denn nach dem Extrakt aus dem Leuchtenbergischen Lehenbuch, welches von 1532 berichtet und beginnt, fand folgende Belehnung statt: " Hieronimus Löhneis zu Weyrsperg hat heut dato den 14. Juli 1556 zu Lehen empfangen, nämlich den Sitz zu Weihersberg samt dem Dorf Oberpfaffenreuth und den Erbschafgang daselbsten. Mehr das Dorf Zessau samt den zweien Tailen großen und kleinen Zehents daselbsten, und die öde Hammerstatt zum Geigenhamber genannt, alles und jedes mit seiner Ein- und Zugehörung, acta ut supra.
Hieronimus Löneis verfaßte und hinterließ uns ein Dokument über sein Lehengut und Besitztum, das für uns äußerst wertvoll ist und uns in vielen Dingen Aufschluß gibt.
Es ist im Aktenband (Amt Waldeck Kemnath Nr. 1189) enthalten und wird hier im Wortlaut wiedergegeben:
" Verzaichnuße der liegenden Erbstück und jährlichs Einkommen des Beseß Weihersberg und desselbigen Zugehörungen die das jetzt zusammen genossen wird: 1558
"Erstlich ein gemauerter Ansitz samt einem genmauerten Vorzwing, darinnen ein gemauerter Schöpfbrunnen mit zwey gemauerten Vortürlein, und im Haus zwey Gewölb, einen guten Keller samt anderen Gemächen von Stuben und Kammern, ein Viechhaus, ein Stadlschupfen und Stallung, zum Weyersberg genannt.
Darnach ein Schafhof einer Ackerläng darbei gelegen, darauf ein Wohnhaus, darin die Schafmeister wohnen, ein halbes Wohnhaus für ein Schafhüter, ein Stadel und Viechstallung, alles zum Teil gemauert, zu Oberpfaffenreith genannt, ist der Zeiten ein Dorf gewest;
Der Feldbau zu Weyersperg und dem Schafhof Oberpfaffenreith gehörig, darauf kann man zu gemeinen Jahrn rauben 52 Schock Korn, 4 Schock Weiz, 10 Schock Gersten, 24 Schock Habern, dazu Hayel Erbes, Hanf, Flachs, Hirschlinsen, Kraut, Rüben, Zwiefeln und alle Schmalsaat.
Und gibt der Weyerberg alle Zehent, und obern Pfaffenreith einestayls Feld gibt die dreißigste garb Getreidts, das andere Feld die zehnte Garb dem Pfarrherrn zu Pressath, davon die Güter gepfarrt sein.
Die Wiesmat, so ich zu dem Weyersperg und Schafhof abfahre, der sein achtzehn klein und große Wiesen, auf einundachtzig Tagwerk angeschlagen.
Der Weiher, so zum Weyhersperg gehörig, sind fünfzen kleine und große, darzu gute Gewässer, Fischbehalter vier, darin man Winter und Sommer einen lebendigen Fluß, wenn man will, dareinleiten und führen kann; aus diesen Weihern zu gemeinen Jahren haben wir: 25 Schock Karpfen; 2 Schok Hechten, 1 Schock Narpen und einunddreißig Schock Karpfensetzling, 4 Schock Karpfen, darzu die Einsatzhechtlein und ungefähr 2, 3 bis in die 400 Schock Brut nach dem Brutjahrgang sind darneben die Winter und Fastengrüntl, Rübel ein Speisfisch zu meiner Haushaltung ziemliche Notdurft und dem Sommer sowohl; die Kreß gehen aus dem Straßweiher genannt, Kreß sein zu meiner Haushaltung ein Notdurft.
Darunter ist ein Weiher, der Kolweyer genannt, der gibt alle Jahr auf den Hofkastn gen Kemnath 45 Pfennig Zins; Herentgegen ist Weyher darunter der Pfabenweiher genannt, wann ich die Grasweid daraus einen Bauern zu Zeussau einen Sommer daraus verlaß, so gibt er mir ein Jahr drei Schilling. Darzu darf ich den Kohlpach vom Fall, so ich ab dem Knödelweiher hab schlagen lassen, zwischen meinen Weihern berab bis an die Kemnather Straß, so über des Straßenweihersdamm geht, auch im Graben, der von bemelten Fall herabsitze, in die vier Weiher auf dem Anger geht ein anderer dann, die darf ich, oder meine Hausgesind fischen.
Mehr hats 4 gemaine Weyer, die an mein Grund stoßen,darin hab ich, darzu meine Untertanen auch Macht zu fischen.
Gärten: hab 2 Obst und einen Hofgarten, darzu einen Garten, darein auch gibt geschlacht Baum zu belzen sind."
Demnächst geht es mit dem Schafhof weiter.
Wünsche Euch eine schöne angenehme Woche

23/02/2026

Guten Morgen. Leider bin ich etwas spät dran, weil ich Probleme mit dem Computer hatte.
Heute etwas Geschichtliches: Über die Zehentverhältnisse zu Weihersberg" von Lehrer Scheidler, dem unermüdlichen Heimatforscher, aus einer seiner vielen Handschriften. (Zu besichtigen im Haus der Heimat, Pressath).
"Über die Zehentverhältnisse zu Weihersberg muß folgendes berichtet werden: Laut Steuerkataster von 1812: "Von den lehenbaren Feldern hatte Weihersberg-Oberpfaffenreuth den ganzen Zehent an das Pfarramt Pressath zu reichen, ebenso den Blut- oder Lämmerzehent. Von einigen freieigenen Stücken dagegen fiel nur die 30. Garbe zu dem Pfarramt Presssath".
Schon 1534 war ein Zehentstreit. Auch 1615 haben sich "zwischen dem dermaligen Pfarrer Theodoro Mencelio und Philipp Jakob, sowie Johann Christoph von der Grün Gebrüdern zu Weihersberg unterschiedliche Irrungen wegen "gemelten" Zehents zugetragen und hat ein Teil den andern um diesfalls zugefügten Nachtheils willen Beschuldigen wollen. Als so eine Zwietracht der anderen die Hand geboten hat, zur Erhaltung guter Nachbarschaft, Joh. Christoph von der Grün den Zehent für 800 fl (Gulden) dergestalt vom Pfarrherrn erkauft, daß ein jeder Pfarrer davon jährlich 40 fl Zins erheben möge".
Fürst Christian zu Anhalt als churf. Statthalter hat diesen Contract ratifiziert; Pfalzgraf Friedrich bei Rhein hat die 800 fl Kapital um die gewöhnlichen 30 fl Zins erhandelt, sie zur geistlichen Gefällenverwaltung zu Amberg angenommen und beim Landschaftskommisariat zu verzinsen versprochen (21.III.1616).
Vom Jahre 1616 ab empfingen nun die "lutherischen Pfarrer zu Pressath alljährlich vom Kommisariat den Zins ausgehändigt. 1616 bis 1618 der Pfarrer Theodor Mencelius, dann bis 1623 inclus. sein Nachfolger Adam Büttner. Hier setzte nun die Gegenreformation ein und die Zinsung stellte sich ein. Das Kapital von 800 fl wurde dem kaiserlichen Kommissarius 1626 neben anderm älteren Kapital in die "unpassierliche Bitte" gesetzt. So berichtet der Pfennigmeister zu Amberg (Der Zehent gehörte zur Besoldung des Pfarrers).
Weiter schreibt der spätere Landsaß:" Nachdem die Religionsreformation (Gegenreform) seinen Anfang genommen und die Kriegsunruhen immer heftiger wurden und die Frau Wittib von der Grün mit samt ihren Kindern sich außer Landes ins Exil begeben mußte, so ist ein Beständer oder Halbbauer auf das Gut Weihersberg bestellt worden, von dem der Zehent ungeachtet aller Schein und Brief, eingefordert, ja abgedrungen wurde. So wurde bis zum Jahre 1651 der Zehent zu Weihersberg wieder in Natura nach Pressath geliefert.
Für den Bezug des Lämmerzehents war jeder Pfarrer zu Pressath verbunden, alle Montag oder Erchtag, aufs wenigst alle 14 Tag eine hl. Messe in der Kapelle zu Weihersberg zu lesen; dieses ist aber nach eingerissenem Lutheranismus und seither unterlassen worden.
Der 1654 verstorbene Bader Hans Eschenbach zu Pressath sagte dem Pfarramt aus, daß die von der Grün bei unkatholischen Zeiten aus besagter Kapelle ein Badstüblein haben machen lassen. So oft er (nämlicher Bader) die jetzige Frau von Weihersberg, als sie damals noch verheiratet war (nämlich Anna Maria von der Grün) darin geschröpft habe, sei sie allemal krank geworden; er habe ihr hernach geraten, sie soll dergleichen Blutlassen in diesem Orte meiden, und wie sie ihm gefolgt habe, sei das Schröpfen ohne Krankheit abgegangen!"
Nächste Woche geht es mit dem 30-jährigen Krieg weiter!
Wünsche Euch eine schöne Woche!
Grüße an Frau Seelig u. Frau Meinke!

09/02/2026

Liebe Leserinnen und Leser. Heute wieder etwas aus dem illustrierten Wochenblatt "Nach dem Dienst" von 1896:

"Bevölkerung in Frankreich: Während die deutsche Bevölkerung von Jahr zu Jahr beträchtlich anwächst, ist in Frankreich seit einigen Jahren eine Abnahme der Bevölkerung festgestellt worden. Noch im Jahre 1889 belief der Überschuß der Geburten über die Todesfälle sich auf 85.646. Aber schon das Jahr 1890 weist einen Ueberschuß der Todesfälle über die Geburten von 3.844 auf, im Jahre 1891 betrug der Überschuß der Todesfälle10.505 und stieg im Jahre 1892 auf 20.041. Bereits seit längerer Zeit war die Bevölkerungsziffer in Frankreich nur sehr wenig gestiegen; daß dieselbe sich nun aber geradezu verringert, ist für die Erhaltung der Volkskraft von des Volkscharakters bei unseren Nachbarn nicht günstig. Sollte die Bevölkerung so wie in den letzten Jahren weiterhin abnehmen, so würde diese Lücke durch fremde Einwanderer ausgefüllt und so das eingeborene Element in Frankreich mehr und mehr in den Hintergrund gedrängt werden, - kurz und gut : die französiche Nation ginge mit sicheren Schritten ihrem Untergange entgegen."

"Absturz: Der Luftschiffer Ferrel und Miß Polly hatten im Krefelder Thiergarten Luftballon-Fesselfahrten unternommen. Als Miß Polly kurz vor Eintritt der Dunkelheit zum Absturz mit dem Fallschirm den Sprung aus der Godel machte, versagte die Auslösemechanik des Schirmes, und die Artistin hing hilflos unter der Gondel, die zu erklettern sie nicht mehr die Kraft hatte. Endlich gelang es ihr, eins der Seile, die den in bedeutender Höhe schwebenden Ballon hielten zu ergreifen. An diesem ließ sie sich unter Einbüßung der Haut der Handflächen zur Erde hinabgleiten. Hierbei geriet die Luftschifferin noch in die Zweige eines Baumes und wurde dann bewußtlos weggetragen. Des nach Tausenden zählenden Publikums hatte sich während des Vorgangs eine große Aufregung bemächtigt. Viele Frauen fielen in Ohnmacht. Die außenstehenden Zuschauer überkletterten die Umzäunungen, stürmten in den Garten und vermehrten so die Verwirrung."

"Bananen: Die Banane, eine afrikanische mehlige Baumfrucht, die getrocknet, in Mehl verwandelt werden kann, soll nach dem französichen Schriftsteller Morans 133 mal mehr Nährstoffe enthalten, als das Gerteide, und 44 mal mehr als Kartoffel. Auf einem 10 qm großen Stück Land kann man 2.000 kg Bananen erlangen, während man auf derselben Bodenfläche nur 15 bis 20 kg Getreide erntet. Wenn diese Angaben genau sind, wird der Bananenanbau die Ernährung der Zukunft bedeutend beeinflussen."

"Veteranen. Die Zahl der Inhaber des Eisernen Kreuzes von 1870/71, die nach dem Gesetz vom 2. Juni 1878 eine Ehrenzulage erhalten, nimmt natürgemäß von Jahr zu Jahr erheblich ab. Das preußische und die unter die unter Preußens Verwaltung stehenden Kontingente zählen zur Zeit noch 844 Berechtigte, Sachsen 45, Württemberg 4 und Bayern 10 Berechtigte. Gegen das Vorjahr ist die Gesamtzahl um 40 gesunken. Auch die Zahl der Angehörigen der vormaligen Schleswig-Holsteinischen Armee aus den Jahren 1848 bis 1850 ist gegenwärtig sehr gelichtet. Es beziehen noch Pensionen aus dem Reichsinvalidenfonds: 1 Battailons-Kommandeur, 3 Hauptleute u. Rittmeister erster Klasse, 6 solche 2. Klasse; 16 Premier-Lieutenants, 93 Sekond-Lieutenants u. 16 Sanitätsoffiziere; ferner: Invalidenpensionen: 10 Feldwebel, Oberfeuerwerker und Wachtmeister, 104 Sergeanten und Unteroffiziere und 660 Gefreite, Gemeine und Spielleute. Endlich erhalten noch 74 Witwen von verstorbenen Anhgehörigen der genannten Armee Unterstützung."

Wünsche Euch allen eine schöne Woche!

20/10/2025

Guten Morgen! Heute etwas aus d. Lesebuch f. die Mittelklassen der Volksschulen d. Regierungsbezirkes Oberbayern (leider kein Druckdatum vorhanden): Das Oktoberfest in München:

"Alljährlich zu Anfang des Oktobers wird in München ein großes Volksfest gefeiert, zu welchem zahlreiche Scharen von Menschen aus ganz Bayern zusammenströmen. Im Jahre 1810 wurde es aus Anlaß der Vermählung des damaligen Kronprinzen Ludwig mit der Prinzessin Therese von Sachsen-Hilburghausen zum erstenmale begangen und seither jährlich in derselben Weise wiederholt.
Als Festplatz dient die große Wiese im Südwesten der Stadt, Theresienwiese genannt. Da bezeichnen riesige Stangen in den Landesfarben, von deren Spitzen Fahnen lustig im Winde flattern, die Bahn für das Pferderennen. Zelte und Tribünen sind aufgeschlagen, darunter ein besonderes Zelt für die königliche Familie.
Um Mittag strömt alles, Einheimische und Fremde, der Festwiese zu, und bald ist diese ringsum bedeckt mit fröhlichen Menschen in allen Trachten. Wer kann stellt sich auf der Höhe auf, welche gegen Westen stufenförmig sich aus der Theresienwiese erhebt und auf welcher das Riesenstandbild der Bavaria thront. Lauter Jubel erbraust, wenn der Landesvater auf dem Festplatze ankommt und seinen Platz einnimmt. Dann erscheinen die Trompeter zu Pferd in altertümlichen Gewändern mit kostbaren Ehrengaben und Preisfahnen.
Nun beginnt das Pferderennen, ein Hauptvergnügen des Altbayern, und lautes Hurrah begrüßt die zuerst am Ziele ankommenden Pferde und Rennbuben. Sofort werden die Rennpreise verteilt, und der Name des mit dem ersten Gewinn Bedachten geht durch jedermanns Mund.
Auch die Besitzer der bei der Ausstellung als preiswürdig befundenen Haustiere empfangen beträchtliche Ehrungen.
Das heiterste Volksleben entfaltet sich nun während der ganzen Woche auf der Theresienwiese. Das sind alle mögchlichen Schaubuden aufgeschlagen und bilden nebst den zahlreichen Wirtschaften eine förmliche Stadt mit verschiedenen Straßen in denen eine heitere Menschenmenge - Stadt- u. Landvolk bunt untereinander - auf und abwogt.
Überall ertönt fröhliche Musik; lustig knallen Büchsen in den Schießständen; groß und klein drängt sich zu dem Glückshafen, und Bekannte aus verschiedenen Gegenden begrüßen sich mit treuherzigem Handschlage. An den Werktagen nachmittags tummelt sich die Jugend auf dem Rasen herum, und Hunderte von Drachen schaukeln sich in der klaren Herbstluft.
An warmen Abenden setzt sich das fröhliche Treiben bis in die Nacht fort. Nur allmählich erlöschen die Lichter, schließen sich die Buden; Gäste und Wirte kehren zurück in die Stadt, und die Nacht breitet ihren Frieden über die Stätte, die am Tag der Tummelplatz vieler Tausende von heiteren Menschen gewesen."
Das Lesebuch stammt aus dem Nachlass von Lehrer Schwertner, der 1950 Lehrer in Friedersreuth war.
Nun wünsche ich euch noch eine schöne Woche!

13/10/2025

Friehoferweiterung oder -Neuanlage dringendstes Problem. Warum steht dieses Thema heute genau dort wie vor drei Jahren? Wäre die Lösung dieser Angelegenheit nicht notwendiger gewesen als viele Sitzungen, in deren Vordergrund die Verbeamtung des Bürgermeisters stand?
Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden und den kirchlichen Stellen. Gerade für den Friedhof (und auch andere Angelegenheiten) brauchen wir die Hilfe der Nachbargemeinden und die Hilfe der Kath. Friedhofsverwaltung.
Unser Bürgermeister und unser Stadtrat soll kein "Befehlsempfänger" des Pfarramtes sein, aber ein harmonisches Zusammenarbeiten zwischen Rathaus und Pfarramt kann nur zum Besten der Stadt und aller Gemeindebürger sein.
Wählerinnen und Wähler! Stärkt die Front der christlich Sozialen Union! Stärkt die Front der Männer, die sich bemühen, aus christlicher Verantwortung heraus ihre Entscheidungen zu treffen.
Im kommenen Stadtrat kann auch die Entscheidung fallen über manche kulturelle und religiöse Angelegenheit, z. B. ob unseren Kindern die Bekenntnisschule erhalten bleibt. Usw.
Wir bitten Euch, so zu wählen: Unser Bürgermeisterkandidat ist Georg Münsterer. Es folgen 16 Vorschläge für Stadträte.
Ich wünsche euch eine schöne Woche!

09/10/2025

Hallo alle miteinander. Frau Seelig hat mich heute angesprochen ob ich wohl krank bin, weil ich nichts mehr schreibe.
Also starte ich heute mit Zeitungsartikeln ab 05.05.1979 aus dem Neuen Tag:
05.04.1979: "Pressather Sänger feiern heuer Jubiläum. Anläßlich des 100-jährigen Bestehens sind Mitte Juli ein Konzert u. ein Gartenfest geplant."
02.05.1979: " TT-Sparte erzielte bemerkenswerte Erfolge. Auf Kreis- u. Bezirksebene zahlreiche Siege für die Mannschaften des TSV. Annegret Suttner, eines der größten Talente im Tischtennissport, belegte sie Rang eins, bei den bayer. Titelkämpfen erreichte sie Rang fünf in ihrer Altersklasse.
11.05.1959: "Troschelhammer. Hans Hefner wurde beim Kameradschaftsabend für 50 jährige Mitgliedschaft bei der FFW geehrt."
15.05.1979: "Streit um die Kiesgrube jetzt beigelegt? In der Bürgerversammlung traten Verteter aller Stadtratsfraktionen für die Rekultivierung ein."
26.07.1979:" TSV Pressath verteidigt den VG Pokal. SC Schwarzenbach landete nach einem Überraschungssieg gegen Dießfurt auf dem zweiten Platz."
26.07.1979: "Stadt warnt Umweltsünder. In letzter Zeit wurde mehrfach beobachtet, daß Unrat, der um Zuge der Neubepflanzung der Gräber im Friedhof angefallen ist, auf den Wiesen in der Nähe des Friedhofs abgelagert wird. Die Stadt gibt bekannt, daß ab sofort alle Personen die bei dieser Verunstaltung des Ortsbildes ertappt werden, bestraft werden.
08.09.1979: "Georg Murr wurde heuer Fischerkönig. Bei der Jugend holte sich Margit Loh den Titel.
18.02.1980: "Wie wär's denn mit Olympia?, 30 Gruppen, über 4.000 Zuschauer beim Pressather Gaudiwurm". (mit etlichen Fotos).
31.05.1980: "Die Stadt Pressath begeht mit ihrem TSV nach dreijähriger Bauzeit die feierliche Einweihung ihres Sportzentrums".
15.06.1980: "Raubüberfall auf Tankstelle. Zwei Männer erbeuteten in Pressath 600 Mark Bargeld - Großfahndung eingeleitet."
13.09.1980: "Ausbau der B 299 ist dringend notwengig. Für die Umlegung der Trasse Pressath Erbendorf läuft das Raumordnungsberfahren - Auf der alten Straße Steigungen bis zu
14 Prozent - Pressather müssen noch einige Zeit mit der Lärmbelästigung leben.
26.11.1980: "Jahre DJK sind 25 Jahre F. Silberbauer". Er ist seit der Gründung Vorsitzender des Vereins".
19.09.1981: "Zirbelschreinerei feiert 25-jähriges Bestehen. Tag der offenen Tür bei Rudolf Kühnelt, Möbelwerkstätte.
19.10.1981: "Eichenlaub"-Schützen stehen auF der Straße. Wirt d. Gasthofes "Zur Eisenahn" brach am Freitagabend das Kirchweihschießen ab und setze die Schützen vor die Tür. Er hatte über Pläne für Bau einer eigenen Schießanlage erst aus der Zeitung erfahren.
11.12.1981: "Engpaß bei Pressath wurde beseitigt. Teilstück der B 299 wurde freigegeben.
Zum Schluß möchte ich mich recht herzliche bei Lilli Murr recht herzlich bedanken für ihre Hilfe!
Im Haus der Heimat haben wir eine große Sammlung v. Zeitungsartikeln.
Wünsche eine schöne Woche. Liebe Grüße an Frau Seelig.

22/09/2025

Guten Morgen!
Heute zuerst etwas Lustiges aus dem Amtsblatt v. 1910:
Weiden, 11. Febr.: Nachfolgenden, wegen seiner geradezu unglaublichen Orthographie interessanten Brief erhielt der Bürgermeister einer hiesigen Nachbargemeinde. Er lautet: " An Hern Wolgeboren Bürgermeister. Mit grus J.H.
Ich ded bitten den Hernbürger Meister Meingeburz zeiniß zu Schicken sobalt as Möglich im Mustrungbrauch geburz zeigniß zu Schieken unedgeltlich. Miene Atrese Heist U. H. im gevegüs eichach." (Der Schreiber ist zur Zeit im Gefängnis Aichach und ersucht um Ausstellung eines Geburtszeugnisses, das er zur Musterung braucht). Man möchte derartiges in unserer Zeit (1910) kaum mehr für möglich halten."
"Huldigung (Steuerabgabe) von 1727, hier die Pressather die der Huldigung nicht bewohnen konnten, und der Grund der Abwesen- heit:
Dembl Johann Peter d. inneren Rats = "alterthumbs halber"
Hainz Niclas d. Ältere = "ein schwacher Mann -
Khormann Hans Paulus = ??? -
Hubner Conrad = ???
Dippl Georg = ???
Khefferl Veith = schwindsüchtig
Ludtwig Georg = schwindsüchtig
Hochholzer Lorenz = kreuz- u. krüppelhaft
Schmidt Paulus = kreuz- u. krüppelhat
Hösl Paulus = krank- u. krüppelhaft
Münsterer Kaspar = kreuz- u. krüppelhaft
Lins Georeg = hat ein todtkrankes Weib
Kobler Mathias = liegt in Krankheit
Hösl Michael = Alters wegen
Hochholzer Anderl = ???
Klinger Jacob = ???
Pfleger Balthasar = Alters wegen
Preundl Georg = wegen Alterthumb
Pothner Hans = wegen alterthumb
Prieschenk Friedrich = hat ein Leibsschaden
Grafberger Thoma = leidet Schmerz im Aug
Legath Johann Georg, Schulmeister = unpässlich
Kausler Georg = unpässlich
Piehlerdt Mathias = unpässlich
Hochholzer Mathias = unpässlich
Grasser, Bürgerssohn, 23 Jahre alt = ???
Frank Lorenz, Preymeister = just im preywerkh begriffen
Reger Thoma, Preyknecht = just im preywerkh begriffen
Girisch Johann, 24 Jahre = just im preywerkh begriffen
Reutter Michael, Mulzer = kann v. Mulzen nicht ablassen
Reger Georg, Mulzer = kann v. Mulzen nicht ablassen
??? Ulrich= schwindsüchtig
Ernst Anderl = bettelarme Person
Reger Michael = bettelarme Person
Pezl Hans = bettelarme Person
Punzner Johann = landt abwesendt
Hunger Simon = landt abwesendt
Kraffberger Johann, Mössner = muss mit povidicen gehn
Plößner Wilhelm, Fleischhscker = ?????
Bis zum nächsten Montag
Wünsche eine schöne Woche!

08/09/2025

Grüß Gott! Fortsetzung d. Beschwerde d. Joseph Konrad König.
Noch etwas zum Pächter der vom Amtsknecht in den Arrest geschleppt wurde: "Endlich aber da sich die Sache nach vorgenommener Wundschau an der Hornrichterin und eingeholten Erfahrungen in wahrer Gestalt zeigte, ließ man den Pächter gegen Erlag von 75 Gulden (ein stolze Summe), aus dem Arrest.
Weiteres Schreiben d. Joseph Konrad König: " Gnädigster Herr Herr, mich gehet die Untersuchung der Sache nichts an, doch bleibe ich bei der Meinung, daß der Vorfall abermals durch das heillose Gesindel zu Zintlhammer nach jedermanns Begriff veranlasset, somit mein Pächter dadurch ins Unglück gebracht worden, wodurch ich darum den hauptsächlichen Anteil d. Pachtzinses nachlassen muss, da er die Zahlung zu Walpurgis nicht halten kann, indem er das bissl Geld, so er aus seiner Ökonomie erlöset, beim Landgericht Waldeck hat deponieren müssen (Zahlung der Strafe).
Wie soll mir nun bei diesen Umständen zu Mute sein, und was kann ich anderes hoffen, als nach und nach den Untergang meines wenigen Vermögens, so ich an den Zintlhammer darum gewendt, weil ich immer von schwächlichem Gesundheitszustand, und also blos für meine 5 kleinen Kinder eine Unterkunft nach meinem Tod gesorgt habe.
Euer Churf. Durchl., bitte also wiederholt wehmütigst bei Abgebung des Gutachtens zur Höchsten Stelle nachher München, auch in Rücksicht dieses neuerlichen Vorfalles meiner größten Angelegenheit mildest zu gedenken, bevorab sich mein untertänigstes Bittgesuch immer mehr, und mehr ohne acht des Landgerichts kemnathischen Berichts bestätigt, daß ich ohne Hilf und gnädigster Erhörung zu Grund gehen muß.
Ich falle euer Churf. Durchl. zu Füßen und bitte die mehrmalige Belästigung redl. ab, nicht zweifelnd, höchst iroselben werden sowohl meiner Wehmut, als daß ich wahrhaft bedrängt bin, aus allen was ich vorgestellt, und besonders wegen diesen Vorfall angeführet, gnädigst ermessen, somit mich höchst ihroselben Protektion würdigen, der mich zu fernerer höchsten Huld und Gnaden unterthänigst gehorsamst empfehle, sogestalten mit tiefster Ehrfurcht verharre; 14.03.1785 Konrad Joseph König Gutsinhaber zu Zintlhammer.
(Manches ist oft leider schlecht zu verstehen.
Wünsche euch noch eine schöne Woche!

25/08/2025

Leider bin ich heute spät dran.
Handschrift von D. Heining (dem Schriftbild nach keine junge Person da manchmal "deutsche Buchstaben" auftauchen und sie kein "Scharf S" benützt sondern "hs"):
"Das Brotbacken in früherer Zeit war eingebettet in den bäuerlichen Tagesablauf. Einen Tag vor dem Backtag, nach dem Mittagessen wurde der Backtrog in die Küche gestellt, und der darin aufbewahrte Sauerteig mit lauwarmen Wasser eingeweicht. Auch das Holz wurde schon am Vortag in den Backofen geschichtet. Das waren meterlange Scheite (35 Stück). Diese Arbeit wurde immer zu zweit verrichtet. Einer mußte in den Ofen kriechen und die Scheite fachgerecht schlichten, so daß das Feuer durchschlagen konnte.
Abends nach der Stallarbeit wurde die Saure mit der Hand durchgerührt und noch vorhandene Klumpen zerdrückt. Nun wurde von 1/4 von dem Mehl, das zum Backen bereitgestellt war in die Saure geschüttet und mit lauwarmen Wasser zu einem dicken Brei gerührt. Zugedeckt blieb das bis zum Morgen stehen. Die Saure muhs aufgegangen sein.
Am Backtag muhste eine Stunde früher aufgestanden werden. Nun wurde der Teig geknetet mit dem Mehl, mit lauramen Wasser, Salz und Gewürzen bis der Teig von den Händen ging. Nun wurde Mehl über den Teig gestreut und 3 Kreuze darüber gezeichnet und mit Weihwasser besprengt und zugedeckt.
Während der Teig gehen muhste wurde die Stallarbeit gemacht.
Wann der Brotteig eine gewisse Höhe erreicht hatte, wurde der Backofen angeheizt. Wann das Feuer gut brannte und der Teig aufgegangen war, wurden Laibe geformt und in sogenannte Laibschüsseln die mit Mehl ausgestreut waren gelegt (6 Pfund). Die Laibe muhsten nun wieder gehen
Wann das Feuer verbrannt war wurde die Glut mit der Ofenkrüke auseinander geräumt und das Zugloch zu geschoben. Nach zirka 10-15 Minuten Wartezeit muhste die Decke im Ofen hell sein, dann war die richtige Hitze.
Nun wurde die noch übrige Glut nach vorne geräumt und der Boden mit einen nassen Lumpen sauber ausgewischt.
Anschliesend bestreicht man die Brote mit lauwarmen Wasser, und trug sie zum Backofen. Dort legte man sie aus eine hölzerne Backschüssel mit einem langen Stiel und schob sie in den Ofen. Vom Brotteig wurden auch einige Kuchen mitgebacken. Ausgewellt, mit Schmalz bestriechen, mit Zucker bestreut und in den Ofen geschoben.
Je nach Hitze wurde die Türe geschlossen und das Brot 1 1/2 Stunden gebacken. Da ging manches Stohsgebet zum Himmel, dahs es but gelingen möge.
Auch wurde immer ein kleiner Laib mitgebacken für bedürftige Leute.
Das war's für heute.

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