Kunstverein Schwerin e.V.

Kunstverein Schwerin e.V. GESCHICHTE DES KUNSTVEREINS

Der Kunstverein Schwerin wurde 2002 gegründet, um in Schwerin ein Forum für zeitgenössische bildende Kunst zu etablieren.
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Seither wurden diverse Ausstellungen und Projekte realisiert, die Aufsehen erregten und die Kunst- und Kulturszene bereicherten. Zunächst fanden die Ausstellungen an unterschiedlichen Orten statt, z.B. in leerstehenden Ladenlokalen oder im Dom. Um eine Verstetigung der Vereinsabreit erreichen zu können, wurden die ehemaligen Industriehallen des E-Werks am Pfaffenteich umgebaut. So wurden nach behu

tsamer Instandsetzung aus 190 qm Werkstatthalle im Juli 2007 Ausstellungsflächen, Büro- und Lagerräume, die eine ideale Basis für die derzeitige Arbeit des Vereins bilden. Dank der Unterstützung unserer Mitglieder, der Stadtwerke Schwerin und vieler Sponsoren ist der Verein in der Lage ein Programm anzubieten, das den Schwerinern und ihren Gästen interessante Positionen zeitgenössischer Kunst präsentiert.

AUSSTELLUNGSANSICHTEN / INSTALLATION VIEWSAdriana Ramić „Confusion model into a butterfly"14.02.–12.04.2026DEMit „Confus...
31/03/2026

AUSSTELLUNGSANSICHTEN / INSTALLATION VIEWS
Adriana Ramić
„Confusion model into a butterfly"
14.02.–12.04.2026

DE
Mit „Confusion model into a butterfly" präsentiert der Kunstverein für Mecklenburg und Vorpommern in Schwerin die erste institutionelle Einzelausstellung der Künstlerin Adriana Ramić in Deutschland. Geprägt von den Erfahrungen ihrer transkulturellen Biografie spiegeln sich in Ramićs multimedialen Installationen – aus Videoarbeiten, Skulpturen und Sprache – Fragen nach hybriden Identitäten, transkulturellen Wissensformen und den Grenzen anthropozentrischen Denkens. Aus diesem Kontext heraus entwickelt sie poetische, konzeptuelle Werke, die gleichermaßen analytisch wie spekulativ operieren und Bezüge zu politischen Realitäten der Gegenwart und Vergangenheit sichtbar machen. Für ihre Ausstellung in Schwerin verwebt Ramić skulpturale und videobasierte Arbeiten aus den vergangenen Jahren ihrer künstlerischen Praxis und setzt sie in einen Dialog mit der spezifischen Architektur der Ausstellungsräume. Im Zentrum steht die neu konzipierte 5-Kanal-Videoinstallation „Multi-scene inputs (Oursa and Ljudmila)", 2025–26, die die beiden Katzen Oursa und Ljudmila als Protagonistinnen in unterschiedlichen historischen und geografischen Kontexten begleitet. Mit dieser Verflechtung unterschiedlicher Akteure und Zeitlichkeiten eröffnet Adriana Ramić einen multiperspektivischen Blick auf die Spuren menschlichen und nichtmenschlichen Handelns, die sich mittels und jenseits von Intention entwickeln. Die Arbeiten verweisen damit sowohl auf die ideologische Konstruktion gebauter und landschaftlicher Realitäten, als auch auf die zyklisch wiederkehrenden Muster von Verhalten, Macht, Beobachtung und Wahrnehmung, die sich nicht nur an diesen Orten zu entfalten scheinen. Dadurch entstehen vielschichtige Bildräume, die Handlungsmacht, soziale Ordnungen und die Bedeutung vergangener Ereignisse und historischer Kontinuitäten ebenso reflektieren wie deren fortwährende Präsenz und Relevanz im Hier und Jetzt.

EN
With "Confusion model into a butterfly", the Kunstverein für Mecklenburg und Vorpommern in Schwerin presents the first institutional solo exhibition by artist Adriana Ramić in Germany. Informed by her transcultural biography, Ramić’s multimedia installations – comprising videos, sculptures, and language – reflect questions of hybrid identities, transcultural forms of knowledge, and the limits of anthropocentric thinking. Out of this context, she develops poetic, conceptual works that operate both analytically and speculatively, and make visible references to political realities of the present and past. For her exhibition in Schwerin, Ramić weaves together sculptural and video-based works from recent years of her artistic practice and places them in dialogue with the specific architecture of the exhibition space. At its center is the newly conceived 5-channel video installation "Multi-scene inputs (Oursa and Ljudmila)", 2025–26, which accompanies two cats, Oursa and Ljudmila, as protagonists in different historical and geographical contexts. With this interweaving of different actors and temporalities, Adriana Ramić opens up varied perspectives on the traces of human and non-human activity that develop through and beyond intention. The works thus refer both to the ideological construction of built and scenic realities and to the cyclically recurring patterns of behavior, power, observation, and perception that seem to unfold not only in these places. This creates layered pictorial spaces that reflect agency, social orders, and the significance of past events and historical continuities, as well as their ongoing presence and relevance here and now.

Kuratiert von / Curated by:
Hendrike Nagel (Kuratorin / Curator)
Luisa Kleemann (Assistenzkuratorin / Assistant Curator)
Fotos / Photos: Fred Dott
Courtesy: Adriana Ramić

AUSSTELLUNGSANSICHTEN / INSTALLATION VIEWSNancy Lupo, Marietta Mavrokordatou, Paul Niedermayer, Cora Pongracz, Claudia d...
24/03/2026

AUSSTELLUNGSANSICHTEN / INSTALLATION VIEWS
Nancy Lupo, Marietta Mavrokordatou, Paul Niedermayer, Cora Pongracz, Claudia de la Torre
Jahresgabenausstellung / Annual Editions Exhibition 2025
07.12.2025–25.01.2026
DE
Der Kunstverein für Mecklenburg und Vorpommern in Schwerin freut sich, die Jahresgaben 2025 von fünf Künstlerinnen des diesjährigen Jahresprogramms zu präsentieren: Nancy Lupo, Cora Pongracz, Marietta Mavrokordatou, Paul Niedermayer und Claudia de la Torre. Alle Jahresgaben sind sowohl vor Ort im Kunstverein, als auch über unseren Webshop zu erwerben.
EN
The Kunstverein für Mecklenburg und Vorpommern in Schwerin is pleased to present the 2025 annual editions by five artists from this year’s programme: Nancy Lupo, Cora Pongracz, Marietta Mavrokordatou, Paul Niedermayer, and Claudia de la Torre. All annual editions can be purchased on site at the Kunstverein as well as via our webshop.
Kuratiert von / Curated by:
Hendrike Nagel & Luisa Kleemann
Fotos / Photos: Fred Dott
Courtesy: Fotosammlung OstLicht, Wien / OstLicht Collection, Vienna, Kunstverein für Mecklenburg und Vorpommern in Schwerin, die Künstlerinnen / the artists.

AUSSTELLUNGSANSICHTEN / INSTALLATION VIEWSCora Pongracz8 erweiterte portraitsmit /with: Paul Niedermayer07.12.2025–25.01...
24/03/2026

AUSSTELLUNGSANSICHTEN / INSTALLATION VIEWS
Cora Pongracz
8 erweiterte portraits
mit /with: Paul Niedermayer
07.12.2025–25.01.2026
DE
Die dritte dialogische Präsentation erweitert Cora Pongracz’ Serie und gleichnamige Ausstellung "8 erweiterte portraits" um Arbeiten der Künstlerin Paul Niedermayer, deren Praxis insbesondere an Pongracz’ medienreflexives Vorgehen anschließt und Fragen der Bildproduktion selbst zum konstitutiven Bestandteil ihrer ästhetischen Strategie macht. Während Pongracz mit ihrer 56-teiligen Serie "8 erweiterte portraits", 1974, das etablierte fotografische Genre der Porträtfotografie aufgreift, um dessen konventionelle Parameter durch dialogische Setzungen buchstäblich zu erweitern, knüpft Niedermayer mit ihrer Serie "Wildlife", 2025, an das ebenso stark kodifizierte fotografische Genre der – bereits im Titel impliziten – Wildlife-Fotografie an. Beide künstlerischen Positionen operieren damit an der Schnittstelle fotografischer Tradition und deren kritischer Revision. In der Gegenüberstellung wird deutlich, dass Pongracz’ und Niedermayers Arbeiten ein epistemologisches Interesse an der Fotografie verbindet: als ein Medium, das nicht nur Abbilder erzeugt, sondern durch Wahrnehmungsmodi, symbolische Ordnungen und kulturelle Codierungen beeinflusst wird sowie diese auch generiert. Pongracz erweitert das Porträt, indem sie die Subjektkonstitution im fotografischen Moment – als dialogischen Prozess – in den Mittelpunkt rückt, Niedermayer eignet sich Techniken der Wildlife-Fotografie an und spielt in diesem Kontext mit Fragen des Symbolhaften. Beide Künstlerinnen thematisieren somit die Bedingungen fotografischer Bildentstehung – Apparatur, Setting, Blickregime, auktoriale Instanz, Genre-Regeln – als integralen Bestandteil des Bildes und erweitern diese. So entsteht ein dialogischer Raum, der nicht nur die Fotografie, sondern auch Fragen von Repräsentation als historisch gewachsene, zugleich instabile und kontinuierlich neu auszuhandelnde Systeme erkennbar macht.
EN
The third dialogical presentation expands Cora Pongracz’s series and exhibition of the same name, "8 erweiterte portraits", with works by artist Paul Niedermayer, whose practice ties in with Pongracz’s media-reflexive approach and places questions of image production itself at the heart of her aesthetic strategy. While Pongracz’s 56-part series "8 erweiterte portraits", 1974, takes up the established photographic genre of portrait photography in order to literally stretch its conventional parameters through dialogical positing, Niedermayer, with her series "Wildlife", 2025, builds on the equally codified photographic genre of wildlife photography – already implied in the title. Both artistic positions thus operate at the interface between photographic tradition and its critical revision. The juxtaposition reveals that Pongracz’s and Niedermayer’s works share an epistemological interest in photography: as a medium that not only produces images, but is also influenced by modes of perception, symbolic ordering, and cultural coding, as well as generating these. Pongracz expands the portrait by focusing on the constitution of the subject in the photographic moment – as a dialogical process; Niedermayer appropriates techniques of wildlife photography and plays with notions of the symbolic in this context. Both artists thus address the conditions of photographic image creation – equipment, setting, gaze regime, authorial authority, genre rules – as an integral part of the image and expand upon them. This creates a dialogical space that reveals not only photography, but also questions of representation as historically grown systems that are both unstable and in constant need of renegotiation.
Kuratiert von / Curated by:
Hendrike Nagel (Kuratorin / Curator)
Luisa Kleemann (Assistenzkuratorin / Assistant Curator)
Fotos / Photos: Fred Dott
Courtesy: Fotosammlung OstLicht, Wien / OstLicht Collection, Vienna, Paul Niedermayer & The Wig, Berlin.

DOKUMENTATION / DOCUMENTATION Central Asian Moving Image Screeningvon / by: DAVRA12.11.–14.11.2025Kuratiert von / Curate...
12/12/2025

DOKUMENTATION / DOCUMENTATION

Central Asian Moving Image Screening
von / by: DAVRA
12.11.–14.11.2025
Kuratiert von / Curated by:
Aïda Adilbek

DE
Für die Tage des Exils kuratiert das Kollektiv DAVRA ein dialogisches Filmprogramm, das sich mit Exil sowohl in Bezug auf Flucht, Verfolgung und Vertreibung als auch als Erfahrung des Verlusts eines ideologisch-kulturellen Bezugsrahmens auseinandersetzt. Das Filmprogramm greift damit auch einen wichtigen Aspekt von Cora Pongracz’ biografischer Erfahrung auf. Aufgrund der jüdischen Herkunft ihrer Mutter musste die ursprünglich aus Wien stammende Familie Pongracz ins Exil nach Argentinien fliehen und konnte erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nach Europa zurückkehren. Auch die eigene Exilerfahrung – Cora Pongracz wurde 1943 in Buenos Aires geboren – bildet somit einen prägenden, in die künstlerische Arbeit eingeschriebenen Kontext. Das Kollektiv DAVRA arbeitet aus einer feministisch-dekolonialen Perspektive an der Erforschung, Dokumentation und Weitergabe zentralasiatischer Kultur und Wissen und richtet sich gegen koloniale Aneignungen wie (post)sowjetische Fremdinterpretationen. In diesem Zusammenhang deutet der Begriffshorizont von Exil sowohl auf Flucht, Verfolgung und Vertreibung, als auch auf Erfahrungen des Verlustes eines ideologisch kulturellen Bezugsrahmens.

EN
For the Days of Exile, the DAVRA collective has curated a dialogical film programme that deals with exile in terms of forced migration, persecution and displacement, as well as the experience of losing an ideological and cultural frame of reference. The film programme thus also addresses an important aspect of Cora Pongracz's biographical experience. Due to her mother's Jewish background, the Pongracz family, originally from Vienna, had to flee into exile in Argentina and could only return to Europe after the end of the Second World War. Her own experience of exile – Cora Pongracz was born in Buenos Aires in 1943 – therefore also constitutes a formative context that is inscribed in her artistic work. The DAVRA collective works on the exploration, documentation and dissemination of Central Asian culture and knowledge from a feminist-decolonial perspective and opposes colonial appropriations such as (post-)Soviet foreign interpretations. In this context, the concept of exile refers to forced migration, persecution and displacement, as well as to experiences of losing an ideological cultural frame of reference.

Kuratiert von / Curated by:
Hendrike Nagel (Kuratorin / Curator)
Luisa Kleemann (Assistenzkuratorin / Assistant Curator)

Fotos / Photos: Marcus Gründel
Courtesy: Die Künstler:innen / The artists.

AUSSTELLUNGSANSICHTEN / INSTALLATION VIEWSCora Pongracz8 erweiterte portraitsmit /with: Marietta Mavrokordatou02.11.–30....
12/12/2025

AUSSTELLUNGSANSICHTEN / INSTALLATION VIEWS

Cora Pongracz
8 erweiterte portraits
mit /with: Marietta Mavrokordatou
02.11.–30.11.2025

DE
Die zweite dialogische Präsentation erweitert Cora Pongracz’ Serie und gleichnamige Ausstellung "8 erweiterte portraits" um Arbeiten der zypriotischen Künstlerin Marietta Mavrokordatou, die Cora Pongracz’ medienreflexives und erweitertes Porträt- und Identitätsverständnis um die Dimension verkörperter und situierter Erfahrung ergänzen. Ein phänomenologisches Verständnis des Sehens aufgreifend, nutzt Mavrokordatou in ihrer künstlerischen Praxis die Kamera immer wieder als Erweiterung des Körpers – als ein Instrument, das Wahrnehmung nicht lediglich vermittelt, sondern konstituiert. In diesem Sinne operieren ihre Arbeiten im Spannungsfeld zwischen Körper, Medium und Wahrnehmung und untersuchen – ähnlich wie Cora Pongracz – das Potenzial des fotografischen Mediums im Hinblick auf selbstbestimmte, erfahrungsbasierte Ausdrucksformen und multiperspektivische Erzählweisen des Selbst. Angelehnt an die Ausstellungsarchitektur verweisen beide im Dialog mit der Ausstellung "8 erweiterte portraits" entwickelten Arbeiten in diesem Kontext auf das Motiv des Labyrinths – einen räumlich und symbolisch aufgeladenen Ort, an dem Wege, Bilder und Bedeutungen sich überlagern, auflösen und neu konstituieren. Im Dialog mit Pongracz’ Arbeiten entfaltet sich hier eine visuelle Rhythmik, die aus Ähnlichkeiten, Differenzen und Wiederholungen besteht, zugleich aber auch durch Unterbrechungen und Verschiebungen strukturiert wird. Diese Dynamik erzeugt eine Rezeptionsweise, die an den Prozess des Suchens erinnert: Momente der Desorientierung wechseln sich ab mit Momenten des Wiedererkennens.

EN
The second dialogical presentation expands Cora Pongracz’s series and exhibition of the same name, "8 erweiterte portraits", with works by Cypriot artist Marietta Mavrokordatou, which complement Cora Pongracz’s media-reflective and expanded understanding of portraiture and identity with the dimension of embodied and situated experience. Drawing on a phenomenological understanding of vision, Mavrokordatou repeatedly uses the camera in her artistic practice as an extension of the body – as an instrument that not only mediates perception, but also constitutes it. In this sense, her works operate in the interplay between body, medium, and perception and, much like Cora Pongracz, explore the potential of the photographic medium with regard to self-determined, experience-based forms of expression and multi-perspective narratives of the self. With reference to the exhibition architecture, both works developed in dialogue with the exhibition "8 erweiterte portraits" refer to the motif of the labyrinth – a spatially and symbolically charged site where paths, images, and meanings overlap, dissolve, and reconstitute themselves. In dialogue with Pongracz’s works, a visual rhythm unfolds, consisting of similarities, differences, and repetitions, though at the same time structured by interruptions and displacements. This dynamic creates a mode of reception reminiscent of the process of searching: moments of disorientation alternate with moments of recognition.

Kuratiert von / Curated by:
Hendrike Nagel (Kuratorin / Curator)
Luisa Kleemann (Assistenzkuratorin / Assistant Curator)

Fotos / Photos: Fred Dott
Courtesy: Fotosammlung OstLicht, Wien / OstLicht Collection, Vienna, Marietta Mavrokordatou & Brunette Coleman, London.

DOKUMENTATION / DOCUMENTATIONDeva SchubertGlitch Choir25.10.2025, 19:30Goldener Saal (Neustädtisches Palais)– Kulturnach...
12/12/2025

DOKUMENTATION / DOCUMENTATION

Deva Schubert
Glitch Choir
25.10.2025, 19:30
Goldener Saal (Neustädtisches Palais)
– Kulturnacht / Cultural Night 2025 –

DE
Im Rahmen der Kulturnacht 2025 erweitert sich die Ausstellung "8 erweiterte portraits" der österreichischen Fotografin Cora Pongracz dialogisch in den Stadtraum Schwerins. Der Goldene Saal des Neustädtischen Palais, ehemals Witwenpalais und heute Sitz des Justizministeriums, wird von der Künstlerin Deva Schubert, in Zusammenarbeit mit Chihiro Araki, und ihrer Performance "Glitch Choir" eingenommen, die den Diskurs über Identität sowie über Bild- und Repräsentationspolitiken mit dem historischen Gebäude in Beziehung setzt und choreographisch weiterdenkt. "Glitch Choir" überträgt das Phänomen des Glitch – einer Störung in der Übertragung digitaler Informationen, etwa eines verzerrten Bildes oder eines stockenden Videos – in den analogen Raum. Im Zentrum des Stücks steht die Neukomposition eines Klagelieds durch das „Glitchen“. Historisch wurde öffentliche Trauer vor allem von Frauen ausgeführt, die gegen Bezahlung dem Schmerz anderer über Verstorbene Ausdruck verliehen. Es sind zumeist Frauen, denen es erlaubt ist – oder die dazu verurteilt sind –, das Private ins Öffentliche „zu glitchen“. Die Performerinnen erschaffen einen kollektiven Körper der Trauer, indem sie einen Raum intimer Resonanz entstehen lassen. In der stimmlichen Verzerrung, die der Klage innewohnt, vollzieht sich eine Transformation der Trauer in einen kollektiven Glitch.

EN
For Schwerin’s Cultural Night 2025, the exhibition "8 erweiterte portraits" by Austrian photographer Cora Pongracz expands dialogically into the urban space of the city. The Goldener Saal [Golden Hall] at the Neustädtisches Palais, formerly the Widow’s Palace and today the Ministry of Justice, is taken over by artist Deva Schubert, in collaboration with Chihiro Araki, and their performance "Glitch Choir", which further develops and choreographically reinterprets the discourse on identity as well as on image and representation politics in relation to this historic building. "Glitch Choir" transfers the phenomenon of the glitch (a disruption in the transmission of digital information, such as a distorted image or stuttering video) into the analog realm. At the heart of the piece is the recomposition of a lament through glitching. Historically, public mourning was primarily performed by women, who, for payment, gave expression to the grief of others for the deceased. It is mostly women who are allowed—or condemned—to glitch the private into the public. The performers create a collective body of mourning by establishing a space of intimate resonance. In the vocal distortion inherent to the lament, a transformation of grief into a collective glitch takes place.

Kuratiert von / Curated by:
Hendrike Nagel (Kuratorin / Curator)
Luisa Kleemann (Assistenzkuratorin / Assistant Curator)

Fotos / Phots: Eric Bell

AUSSTELLUNGSANSICHTEN / INSTALLATION VIEWSCora Pongracz8 erweiterte portraitsmit / with: Seiichi Furuya21.09.–26.10.2025...
28/11/2025

AUSSTELLUNGSANSICHTEN / INSTALLATION VIEWS

Cora Pongracz
8 erweiterte portraits
mit / with: Seiichi Furuya
21.09.–26.10.2025

DE
Mit "8 erweiterte portraits" präsentiert der Kunstverein für Mecklenburg und Vorpommern in Schwerin eine Ausstellung, die das Werk der österreichischen Fotografin Cora Pongracz (1943–2003) in den Mittelpunkt stellt. Durch das Medium der Fotografie eröffnen Pongracz’ Arbeiten einen Dialog über Identität und diversitätssensible Repräsentation. Um die Bedeutung und das Potenzial von Pongracz’ künstlerischem Schaffen im Kontext heutiger gesellschaftlicher Diskurse zu reflektieren, ist eine Reihe von zeitgenössischen Künstler:innen eingeladen, im Verlauf der Ausstellung durch eigene fotografische Arbeiten, Texte, Performances und andere Formen kritischer Intervention auf Pongracz’ Werk zu reagieren und dieses in Beziehung zu setzen. Die erste dialogische Präsentation erweitert Cora Pongracz’ 56-teilige Serie und gleichnamige Ausstellung 8 erweiterte portraits um zwei serielle Werkzyklen von Seiichi Furuya. Der in Graz lebende japanische Fotograf verarbeitet seit den 1970er-Jahren mittels des Mediums der Fotografie persönliche Erfahrungen sowie Prozesse des Erinnerns und (Nicht-)Vergessens in einem vielschichtigen visuellen Projekt.

EN
With "8 erweiterte portraits" the Kunstverein für Mecklenburg und Vorpommern in Schwerin presents an exhibition that places the work of Austrian photographer Cora Pongracz (1943-2003) in focus. Through the medium of photography Pongracz’s works open a dialogue about identity and a politics of representation that is sensitive towards diversity. In order to reflect both the significance and the potential of Pongracz’s artistic practice in the context of current social discourses, a number of contemporary artists have been invited to respond and relate to Pongracz’s work through their own photographs, texts, performances, and other forms of critical interventions, throughout the exhibition. The first dialogical exhibition expands Cora Pongracz’s 56-part series and exhibition of the same name, 8 erweiterte portraits, with two serial cycles of works by Seiichi Furuya. Since the 1970s, the Japanese photographer, who lives in Graz, has been using the medium of photography to process personal experiences and processes of remembering and (non-)forgetting in a multi-layered visual project.

Kuratiert von / Curated by:
Hendrike Nagel (Kuratorin / Curator)
Luisa Kleemann (Assistenzkuratorin / Assistant Curator)

Fotos / Phots: Fred Dott
Courtesy: Fotosammlung OstLicht, Wien / OstLicht Collection, Vienna, Seiichi Furuya & Galerie Thomas Fischer, Berlin.

AUSSTELLUNGSANSICHTEN / INSTALLATION VIEWSCora Pongracz8 erweiterte portraits30.08.2025–25.01.2026DEMit "8 erweiterte po...
14/10/2025

AUSSTELLUNGSANSICHTEN / INSTALLATION VIEWS

Cora Pongracz
8 erweiterte portraits
30.08.2025–25.01.2026

DE
Mit "8 erweiterte portraits" präsentiert der Kunstverein für Mecklenburg und Vorpommern in Schwerin eine Ausstellung, die das Werk der österreichischen Fotografin Cora Pongracz (1943–2003) in den Mittelpunkt stellt. Durch das Medium der Fotografie eröffnen Pongracz’ Arbeiten einen Dialog über Identität und diversitätssensible Repräsentationspolitiken. Für die Ausstellung in Schwerin – die erste umfassende institutionelle Präsentation von Cora Pongracz’ Fotografien außerhalb Österreichs – wird eine ihrer bedeutendsten Werkgruppen, die Serie 8 erweiterte portraits, 1974, erstmals in ihrer Gesamtheit gezeigt. Um die Bedeutung und das Potenzial von Pongracz’ künstlerischem Schaffen im Kontext heutiger gesellschaftlicher Diskurse zu reflektieren, ist eine Reihe von zeitgenössischen Künstler:innen eingeladen, im Verlauf der Ausstellung durch eigene fotografische Arbeiten, Texte, Performances und andere Formen kritischer Intervention auf Pongracz’ Werk zu reagieren und dieses in Beziehung zu setzen.

EN
With "8 erweiterte portraits" the Kunstverein für Mecklenburg und Vorpommern in Schwerin presents an exhibition that places the work of Austrian photographer Cora Pongracz (1943-2003) in focus. Through the medium of photography Pongracz’s works open a dialogue about identity and a politics of representation that is sensitive towards diversity. For this exhibition in Schwerin – the first comprehensive institutional presentation of Pongracz’s works outside of Austria – one of her most important series of works, 8 erweiterte portraits, 1974, is shown in its entirety for the first time. In order to reflect both the significance and the potential of Pongracz’s artistic practice in the context of current social discourses, a number of contemporary artists have been invited to respond and relate to Pongracz’s work through their own photographs, texts, performances, and other forms of critical interventions, throughout the exhibition.

Kuratiert von / Curated by:
Hendrike Nagel (Kuratorin / Curator)
Luisa Kleemann (Assistenzkuratorin / Assistant Curator)

Fotos / Phots: Fred Dott

Courtesy: Fotosammlung OstLicht, Wien / OstLicht Collection, Vienna.

VORSCHAU / UPCOMINGCora Pongracz"8 erweiterte portraits"30.08.2025–11.01.2026Eröffnung / Opening29.08.2025, 19:00mit / w...
25/08/2025

VORSCHAU / UPCOMING

Cora Pongracz
"8 erweiterte portraits"
30.08.2025–11.01.2026

Eröffnung / Opening
29.08.2025, 19:00
mit / with Dinner 20:30
(RSVP via email)

Im Dialog mit / In dialogue with:
Seiichi Furuya, Marietta Mavrokordatou, Paul Niedermayer & weitere / others

Kuratiert von / Curated by:
Hendrike Nagel (Kuratorin / Curator)
Luisa Kleemann (Assistenzkuratorin / Assistant Curator)

AUSSTELLUNGSANSICHTEN / INSTALLATION VIEWSDEAusstellungsansichten unserer Ausstellung "we᾽re doing alien᾽s milk aren᾽t w...
20/08/2025

AUSSTELLUNGSANSICHTEN / INSTALLATION VIEWS

DE
Ausstellungsansichten unserer Ausstellung "we᾽re doing alien᾽s milk aren᾽t we?" von Emily Jones – der erste institutionellen Einzelausstellung der britischen Künstlerin in Deutschland. Die Ausstellung vereint neue, eigens für die Räume des Kunstvereins geschaffene Arbeiten, die sich weniger als abgeschlossene Objekte, sondern vielmehr als vieldeutige Erfahrungsräume entfalten. In ihrer Deutungsoffenheit setzen sich die Installationen kritisch mit gegenwärtigen Formen des Zusammenlebens auseinander und stellen Fragen nach individueller und kollektiver Verantwortung. Dabei verweben sie neue relationale Zusammenhänge zwischen Disziplinen, die oft getrennt voneinander gedacht werden – wie Wissenschaft, Ökologie, Geschichte, Architektur, Technologie, Archäologie, Geografie, Kosmologie, Erinnerung und Glaube.

EN
Installation views of our exhibition "we᾽re doing alien᾽s milk aren᾽t we?" by Emily Jones – the first institutional solo exhibition by the British artist in Germany. The exhibition brings together new works created especially for the site of the Kunstverein, which unfold less as self-contained objects and more as ambiguous spaces of experience. In their openness to interpretation, the installations critically examine contemporary forms of coexistence and pose questions about individual and collective responsibility. In so doing, they interweave new relational connections between disciplines that are often thought of as separate: science, ecology, history, architecture, technology, archaeology, geography, cosmology, memory, and faith.

Kuratiert von / Curated by:
Hendrike Nagel

Fotos / Photos:
Fred Dott.

Courtesy: Emily Jones & Spazio Veda, Florenz / Florence.

AKTUELL / CURRENTEmily Joneswe᾽re doing alien᾽s milk aren᾽t we?21.06.–22.08.2025
20/08/2025

AKTUELL / CURRENT
Emily Jones
we᾽re doing alien᾽s milk aren᾽t we?
21.06.–22.08.2025

Adresse

Spieltordamm 5
Schwerin
19055

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