29/05/2026
Thema Windkraft im Wald - auf Schadflächen? Diskussionsstand:
Aus den vielen Diskussionen zum Thema lernen wir, dass es (organisierte?) "Meute" und Leute gibt, die Wald aufteilen wollen in Wildnis (die es nicht gäbe), in naturnahen Wald und Wirtschaftswald mit Monokulturen oder „Schad“flächen. Dann wird behauptet, in Naturwald würde kein Windrad gebaut und auf den anderen Flächen schade es nicht, weil eh' naturfern.
Wir widersprechen immer wieder sachlich und fassen es hier für Alle zusammen:
(1) Ursprüngliche Waldwildnis gibt es in der Tat in Deutschland nicht, aber neue Wildnis wie unbewirtschaftete Waldteile. Wir Nahe der Natur haben selbst einen solchen - modellhaft. Darin werden bisher in der Tat keine Windräder gestellt, aber oft knapp an deren Rand, z.B. auch Nationalpark Eifel, was massiv beeinträchtigt.
(2) Viele Windräder dringen neu in betont naturnah bewirtschaftete Wälder, die ohne sie enorme natürlicher Klimaschutzwirkung und Biodiversität haben. Auch werden Windräder sogar in (Natura2000)Schutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete und Naturparke gestellt. Das ist die Wirklichkeit vielerorts und die kann man nicht verleugnen, was dennoch manche versuchen. Solche Standorte sind ganz schlecht und Windräder MÜSSEN dort verhindert werden, wenn man Ökologie umfassend betrachtet.
(3) Wenn es derzeit wirklich naturferne Fichtenplantagen oder "Schadflächen" sind, auf denen angeblich unschädlicher Windräder geplant werden, gilt es doch dort als viel wichtiger, diese für Klima, Biodiversität und Forstwirtschaft naturnäher zu gestalten statt sie zusätzlich durch Windräder weiter zu beeinträchtigen und damit Regenerationsmöglichkeiten zu erschweren.
Wiederkehrende Behauptungen sogar von manchen Förstern und vor allem aus der Windindustrie, dort wäre Wald eh gestört, dann könnte man das ja bebauen (und noch mehr zerstören), sind geradezu ungeheuerlich für jeden Wald und Forst: Erst schädigen, dann noch mehr , statt dringend notwendig zu regenerieren.
Solche "Schad"-Standorte sind eher Chancen einer Regeneration und für dringend benötigte ökologische Umkehr: Für Schwammfunktionen, effizienten natürlichen Klimaschutz und Biodiversität. „Schad“flächen sind übrigens wichtige Lebensräume für viele Tiere, gerade auch Vögel und Fledermäuse, Schlüsselorganismen im Naturhaushalt, die durch Windräder dort schwer beeinträchtigt würden. Wald muss in solchen größeren Zusammenhängen betrachtet, aber nicht weiter unterteilt, zerschnitten und weiter zerstört werden - durch Windräder, Straßen, Infrastruktur. Waldstandorte, egal welcher heutiger Zustand, sollten davon frei beliben.
Dass die (relativ kleine) Stellfläche dabei nicht das relevante Maß ist, wie Manche behaupten, sondern die davon ausgehende große Folge- und Raumwirkung mit sukzessiven Randeffekten, fortschreitenden Bodenverdichtungen, Wasser- und Klimahaushalt des Waldes sowie Biodiversität, ist vielfach belegt und wird an anderer Stelle (Publikationen) herausgestellt. Entscheidend hier: Es schadet gerade auch in Monokulturen und Schadflächen.
Versöhnlicher Hinweis noch für alle Windkraft-Fans ohne gleich das komplette Pro und Contra grundsätzllich aufzumachen: Selbst wenn man Windräder für super hält, nur mal angenommen, müssen die nicht auf Waldstandorten (egal ob genutzt, ungenutzt, oder geschädigt) und auch nicht in noch von Großinfrastruktur relativ freien Landschaften gebaut werden. Denn es gibt wahrlich mehr als genug schon vorhandene Großinfrastruktur und Repowering-Optionen, mit denen man (fragwürdige?) Ausbauziele gut erreichen könnte.
Auf Waldstandorte, auch wenn sie windhöfig wären, und auf Natur (Lebensräume) generell muss Rücksicht genommen werden, sie ist die zentrale Lebensgrundlage. Technische (vermeintliche) Effizienz darf nicht über dieser Lebensgrundlage stehen.
Ausführlich, sachlich und differenziert wird das alles auch erläutert in unserer Publikation unter www.freinatur.net/Windkraft hier (pdf): https://www.nahe-natur.com/.cm4all/uproc.php/0/Altmoos-WindenergieVersusOekologie.pdf?cdp=a&_=19ae4c11738
Und ähnlich erklärt das verständlich, kurz und völlig unabhängig von uns z.B. auch Peter Wohlleben sogar aus Pro-Windkraft-Sicht in einem klassischen Kurzvideo: https://www.facebook.com/watch/?v=1678999549706345