08/05/2025
Gegen das Vergessen – Mahnung und Hoffnung zum Jahrestag des Kriegsendes
Buchvorstellung im Pfarrheim Steinberg am See ruft Vergangenheit wach und schlägt Brücken zur Gegenwart
Steinberg am See – Es war mehr als eine Buchvorstellung. Es war ein kollektives Innehalten. Ein Moment der Erinnerung und der mahnenden Reflexion, der unter die Haut ging. Am Jahrestag des Kriegsendes, 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, versammelten sich Bürgerinnen und Bürger im bis auf den letzten Platz gefüllten Pfarrheim von Steinberg am See. Anlass war die Präsentation der neuen Broschüre von Jakob Scharf: „80 Jahre Kriegsende – Altlandkreis Burglengenfeld“.
Landrat Thomas Ebeling fand ebenso klare wie bewegende Worte. Er erinnerte an die zerrissenen Familien, an Flucht, Angst, Hunger – aber auch an das Wunder des Wiederaufbaus. Bezirksheimatpfleger Tobias Appl knüpfte daran an: „Geschichte endet nicht im Archiv – sie lebt weiter in unseren Herzen, in unseren Entscheidungen, in unserem Umgang mit der Gegenwart.“ Beide Redner schlugen die Brücke zur heutigen Zeit: zur Ukraine, zum Nahen Osten, zu den vielen Orten der Welt, an denen Krieg auch heute noch Schrecken verbreitet.
Das vorgestellte Werk ist ein facettenreicher Spiegel der Vergangenheit. Ein buntes Potpourri an Autorinnen und Autoren hat in feinfühligen, tiefgründigen und oft erschütternden Texten die Auswirkungen des Krieges auf den Altlandkreis Burglengenfeld dokumentiert. Geschichten von Verlust und Überleben, von Verzweiflung und Neubeginn, von menschlicher Größe in dunkler Zeit.
Mit der Broschüre ist ein einzigartiges Zeitdokument entstanden – ein Stück Heimatgeschichte, das aufrüttelt und zugleich zum Nachdenken anregt: Wo stehen wir heute? Was lernen wir aus der Geschichte?
Für nur 9,80 Euro ist dieses Werk in den bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich – sein Wert für die kollektive Erinnerungskultur jedoch ist unbezahlbar. Denn wer sich erinnert, der schweigt nicht – und wer nicht schweigt, stellt sich dem Unrecht, gestern wie heute.
Ein Abend, der Hoffnung weckte: Dass wir nicht vergessen. Und dass Frieden möglich bleibt – wenn wir ihn wollen.