19/12/2025
Liebe Gäste,
am 16. Januar 2026 um 16:00 Uhr (und um 10:00 Uhr als Schulveranstaltung) gastiert das Ensemble „Neue Kammer“ des Musiktheaters „Schatz und Schande“ aus Leipzig am Theater Burattino (TPZ) des Kultur- und Gedenkorts Hoheneck/Stollberg. Erstmals wird die Performance „Ich bin mir selber fremd geworden“ am historischen Ort gezeigt. Die Gedichte, die 2024 vom Komponisten Philipp Rücker vertont wurden, entstanden in der Haftzeit in Hoheneck.
Das ehemalige Frauengefängnis steht für politische Verfolgung in der DDR: Harte Strafen, menschenunwürdige Haftbedingungen und Zwangsarbeit sollten tausende Frauen brechen. In vielfältiger Gestalt aus Stimmen und Streichinstrumenten, treten Gedichte in Dialog mit einer Lichtinstallation, die die Farblosigkeit, Enge und Monotonie des vergitterten Alltags plastisch werden lässt – und sie errichten den inhaftierten Frauen aus ihren eigenen Worten ein machtvolles Denkmal. Was entsteht, ist eine neuartige Form der Erinnerungskultur: Die Künstler*innen machen die beklemmende Gefangenschaft in Hoheneck mit Augen und Ohren erfahrbar, vermitteln eindringlich eine Ahnung von Ohnmacht und Gewalt, von Nähe und Distanz, Berührung und Abschottung der Akteur*innen, die sich zwischen Nähmaschinen, Mauern und Züchtigung ihre innere Freiheit zu bewahren versuchen.
Zwischen den Vorstellungen, von 12:00-16:00 Uhr, ist die Ausstellung in der Gedenkstätte Hoheneck exklusiv für Theaterbesuchende geöffnet. Im Anschluss an beide Veranstaltungen berichtet eine Zeitzeugin von ihren Erlebnissen. Am Nachmittag wird Frau Dr. Teresa Tammer, die stellvertretende Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, das Gespräch moderieren. Die Vormittagsvorstellung, die sich in erster Linie an Schülerinnen und Schüler richtet, wird eingeleitet durch eine kurze thematische Einführung.