10/06/2026
Diese Schallplatten stammen aus einer Schenkung des Gottfried-Wilhelm-Leibniz Gymnasiums Leinefelde im März 2026. Zu DDR-Zeiten wurden sie in der damaligen Erweiterten Oberschule „Karl Marx“ und der Polytechnischen Oberschule „Karl Liebknecht“ in Leinefelde hauptsächlich für den Musikunterricht genutzt.
In der DDR war der „VEB Deutsche Schallplatten“ in Berlin der einzige Hersteller von Schallplatten und produzierte unter den Labels Eterna, Nova, AMIGA und Litera. Für den Unterricht wurden unter dem Label „Schola“ Platten herausgegeben. Diese Unterrichts-Schallplatten mussten vom Ministerium für Volksbildung der DDR genehmigt werden, bevor sie im Unterricht eingesetzt werden durften. Ministerin war von 1963 bis 1989 Margot Honecker.
Bereits die Gestaltung vieler Plattencover und die Auswahl der Motive lassen eine politische Schlagrichtung erkennen. Betrachtet man das Gesamtkonvolut, fällt zudem auf, dass es viele Aufnahmen von Liedern gibt, die sich unter der Überschrift „internationale revolutionäre Arbeiterbewegung“ subsumieren lassen. Traditionelle deutsche Volkslieder, die überwiegend aus der Romantik stammen, finden sich dort kaum – im Gegensatz zum Musikunterricht in der Bundesrepublik.
Die Schenkung aus Leinefelde ergänzt den Bestand des Grenzlandmuseums. Insgesamt befinden sich rund 500 Schallplatten aus der Zeit der deutschen Teilung in unserer Sammlung.