15/06/2026
🎨 Ein Künstler verliert alles – und hinterlässt Mitterteich ein bleibendes Erbe.
Vor über 80 Jahren musste der Bildhauer Johannes Ernst Born (1884–1958) seine Heimatstadt Dresden verlassen. Beim verheerenden Bombenangriff im Februar 1945 verlor er nahezu alles: sein Atelier, zahlreiche Kunstwerke und seine wirtschaftliche Existenz. Gemeinsam mit seiner Familie fand er schließlich in Mitterteich eine neue Heimat.
Trotz schwierigster Bedingungen in der Nachkriegszeit gab Born seine Leidenschaft für die Kunst nie auf. Aus einer einfachen Notunterkunft heraus begann er einen Neuanfang und schuf Werke, die bis heute das Bild unserer Region prägen. Ob Reliefs, Skulpturen oder Denkmäler – seine Kunst begegnet uns noch heute in Mitterteich, Tirschenreuth, Wiesau und darüber hinaus.
Nun schließt sich ein besonderer Kreis: Die Tochter des Künstlers, Friederike Weigle (geb. Born), hat dem Museum Porzellan | Glas | Handwerk mehrere Werke ihres Vaters geschenkt. Darunter befinden sich sieben Bronze-Arbeiten sowie ein lebensgroß geschnitztes Jesuskind. Die Kunstwerke finden damit genau dort eine neue Heimat, wo Johannes Ernst Born nach dem Krieg seinen mutigen Neuanfang wagte.
„Er wollte immer, dass möglichst viele Menschen seine Kunst anschauen können“, erzählt seine Tochter. Mit der Schenkung wird dieser Wunsch nun Wirklichkeit.
Für das Museum ist die Übergabe ein Glücksfall: Die Werke erzählen nicht nur die Geschichte eines bedeutenden Künstlers, sondern auch ein bewegendes Kapitel regionaler Zeitgeschichte – von Verlust, Neuanfang und der Kraft der Kunst.
💡 Fun Fact:
Für ein Holzrelief aus dem Jahr 1952, das ursprünglich für die damalige Zentralknabenschule Mitterteich geschaffen wurde, stand Walter Artmann Modell – und zwar für alle dargestellten Personen des Reliefs.
Zu sehen sind die Objekte aktuell im Museumscafé Mitterteich.
Wir freuen uns sehr, dass dieses besondere kulturelle Erbe im Museum Mitterteich eine Heimat gefunden hat und damit die Erinnerung an Johannes Ernst Born lebendig gehalten wird.