13/10/2026
Der erste Filmabend im Stadtmuseum war ein voller Erfolg!
Am vergangenen Freitag, 9. Oktober, durften wir im Rahmen der Ausstellung zum 100.
Geburtstag des Violinisten Werner Krotzinger den Dokumentarfilm „Musensöhne“ von Philip Clarin zeigen.
Der Film nahm die Besucher mit zum "Musischen Gymnasium Frankfurt", einem musikalischen Elitegymnasium, das von 1939 – bis
1945 bestand. Er befasst sich insbesondere mit dem Schulleiter Kurt Thomas. Werner Krotzinger war nach
bestandener Aufnahmeprüfung von Beginn an Schüler dieser Schule und legte dort 1945 sein Abitur ab.
Due Zeitzeugen im Film berichteten insbesondere vom Wirken des Schulleiters Kurt Thomas, der sich einerseits in den NS Propagandaapparat einspannen ließ, andererseits aber gerade dadurch fast alle Schüler der Schule vor dem Kriegsdienst bewahren konnte, vielen letztlich das Leben rettete. Werner Krotzinger war mehrfach in den Originaldokumenten des Films zu sehen, konnte aber nicht mehr als Zeitzeuge auftreten, da der Film erst 4 Jahre nach seinem Tod gedreht worden war.
In einem kurzen Einführungsvortrag beleuchtete der Vorsitzende des Förderkreises Stadtmuseum, Dr. Dieter Walz, auch die Hintergründe des „Haus Buchenrode“, in dem die Schule untergebracht worden war. Es gehörte ursprünglich dem Industriellen Arthur von Weinberg, der aufgrund der Nürnberger Rassengesetze diese gewaltige Villa zwangsverkaufen musste. Danach wurde dort die Schule eingerichtet. Arthur von Weinberg war einer der bedeutendsten Mäzene Frankfurts, hatte vorbildliche soziale Einrichtungen für seine Mitarbeiter eingeführt, wurde 1908 von Wilhelm II. geadelt und starb 1943 im KZ Theresienstadt.
Daß der Film in der Ausstellung gezeigt wurde, machte ihn besonders eindrücklich, der anschließende Austausch unter den Besuchern ließ dies erkennen.
Wir bedanken uns bei allen Besucherinnen und Besuchern die diesen besonderen Filmabend mit uns genossen haben!
Die Sonderausstellung ist weiterhin geöffnet und kann, wie das Stadtmuseum, zu den Öffnungszeiten des Kulturamts der Stadt Wehr besucht werden.
Der Eintritt ist frei!