22/08/2025
Außerschulische Lernräume - Besuch der Klasse 11a des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums in Bayreuth
Die Exkursion, die am vorletzten Schultag stattfand, führte die Schülerinnen und Schüler nach Weidenberg. Vom idyllisch gelegenen Rathaus im Weidenberger Obermarkt ging es hinunter zum Untermarkt über die neue Mitte zum ehemaligen Bahnhof, wo das Glasknopfmuseum derzeit untergebracht ist. Begleitet wurden wir von der Gemeindearchivarin Stefanie Reckziegel, die uns freundlicherweise erneut mit Rat und Tat zur Seite stand. Die Klasse wurde schon von Norbert Lang und seinem Team erwartet. Die vier Experten informierten über die Entstehung der Weidenberger Werkssiedlung, die von Heimatvertriebenen aus dem Sudeten-land rund um Gablonz an der Neiße (heute Jablonec nad Nisou) gegründet wurde. Die jungen Menschen erfuhren, welche Besonderheiten mit der sich nach 1945 dort entwickelnden Glas verarbeitenden Industrie verbunden waren. Sie konnten Einblick in die Vielfalt der Hand-werks- und Herstellungstechniken nehmen. Die zahlreichen wirtschaftlichen, sozialen und persönlichen Herausforderungen, denen sich die Neuankömmlinge vor 80 Jahren gegenüber-sahen, kamen ebenfalls zur Sprache. Dieser Einblick in ein wenig bekanntes Kapitel der ober-fränkischen Wirtschaftsgeschichte, das gleichzeitig ein Teil der bayerischen und bundesdeut-schen Migrationsgeschichte ist, ergänzte unser Halbjahresthema „Migration in Bayern“ auf besonders berührende und anschauliche Weise. Es ist zu hoffen, dass die Erinnerungen der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die Bestände des Glasknopfmuseums und das sog. „Pohl Haus“, welches ein originales Zeugnis einer mittlerweile untergegangenen Produktions- und Lebensweise ist, erhalten bleiben und in Zukunft auch wissenschaftlich erforscht werden.
Diese Exkursion in den Heimatraum hat den Horizont der Beteiligten deutlich erweitert, was ohne der unserer Schule stets freundlich gesonnenen Weidenberger Verwaltung und dem Engagement der Mitglieder der Werkssiedlung Weidenberg e.V. nicht möglich gewesen wäre. Vielen Dank für die Offenheit und Unterstützung. Wir kommen gerne wieder.
Maresa Olschner, Studiendirektorin