17/06/2026
Mit der Belagerung des Gesandtschaftsviertels in Peking näherte sich der sogenannte Boxerkrieg im Juni 1900 seinem Höhepunkt. Als Entsatz wurde am 10. Juni 1900 eine multinationale Truppe, bestehend aus Kontingenten aus Großbritannien, Frankreich, Japan, Russland, Deutschland, Österreich-Ungarn sowie Italien unter dem Kommando des britischen Vizeadmirals Edward Seymour von den Dagu/Taku-Forts nach Peking entsandt. Die 2000-Mann starke Truppe kam nur bis Tianjin und geriet in schwere Gefechte mit den aufständischen Boxern, welche durch reguläre chinesische Truppen unterstützt wurden. Die sich zuspitzende Lage und die Ereignisse veranlassten die verbündeten Staaten von den chinesischen Truppen die Übergabe der Festungsanlagen zu fordern. Kurz vor Ablauf des auf 2:00 Uhr festgesetzten Ultimatums eröffneten die chinesischen Truppen 1900 das Feuer auf die vor den Forts liegenden Kanonenboote. Diese erwiderten umgehend das Feuer und es entbrannte ein harter Kampf um die strategisch wichtigen Festungsanlagen. Das deutsche Kanonenboot S.M.S. „Iltis“ lief als Spitzenschiff der internationalen Flotte voraus und zog dabei das Feuer der chinesischen Verteidiger auf sich. Allein die „Iltis“ erhielt während des Gefechtes 21 Treffer, wobei 7 Besatzungsmitglieder den Tod fanden und 11 weitere verwundet wurden. Parallel zum Gefecht der Kanonenboote und Zerstörer setzten die internationalen Verbündeten rund 900 Soldaten an Land, welchen es innerhalb kürzester Zeit gelang die Forts einzunehmen.
Die Verluste beim Gefecht um die Dagu/Taku-Forts betrugen auf Seiten der internationalen Koalition rund 170 Tote und Verwundete, die chinesischen Verluste lassen sich bis heute nicht endgültig beziffern.
Postkarte: Das Kanonenboot S.M.S. „Iltis“ im Gefecht um die Dagu-Forts am 17. Juni 1900. ©DMM 2024-125-105