11/03/2026
Monuments for Seeds ist eine raumbezogene Arbeit aus auf dem Boden ausgelegten Samen. Es handelt sich um Abformungen realer Samen, die in Zinn gegossen wurden. Durch diesen Prozess verlieren sie ihre Keimfähigkeit: Was gewöhnlich für Wachstum, Zukunft und Potenzial steht, wird fixiert, beschwert und dauerhaft gemacht.
Die Arbeit verhandelt Fragen von Sichtbarkeit, Zeit und Wert. Welche Formen von Leben gelten als schützenswert? Welche Prozesse werden wahrgenommen, welche bleiben unbeachtet? Indem die Samen auf dem Boden liegen, entziehen sie sich klassischer Monumentalität und fordern eine andere Form der Aufmerksamkeit – eine Hinwendung zum Kleinen, Fragilen und Übersehenen.
In Verbindung mit Lucila Pacheco Dehnes Beschäftigung mit Pflanzen, Migration und dem Ungewollten entstehen hier Monumente jenseits heroischer Erzählungen. Der Samen erscheint nicht als Metapher, sondern als eigenständiger Akteur, dessen Bedeutung oft erst dann sichtbar wird, wenn Bedingungen des Wachstums eingeschränkt oder entzogen sind.
Ergänzend findet sich im Raum an einer Wand aus Halmen der Satz FOR THE RIGHT TO MOVE. Er nimmt Bezug auf Forderungen der zivilen Seenotrettung nach Bewegungsfreiheit und auf das Recht, sich zu bewegen. Formuliert sind sie als: FOR THE RIGHT TO LEAVE (für das Recht zu gehen), FOR THE RIGHT TO ARRIVE (für das Recht anzukommen), FOR THE RIGHT TO STAY (für das Recht zu bleiben) und FOR THE RIGHT TO MOVE (für das Recht, sich zu bewegen).
In diesem Zusammenhang problematisiert Lucila Pacheco Dehne den Umgang mit sogenannten nicht-nativem oder invasivem Pflanzenleben. Diese werden häufig als Bedrohung gelesen, kontrolliert, katalogisiert oder entfernt. Die Arbeit stellt diese Praktiken infrage und verweist auf Parallelen zu gesellschaftlichen Mechanismen, in denen Bewegung nicht als Recht, sondern als Gefahr verhandelt wird.
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