Erinnerungsort Badehaus

Erinnerungsort Badehaus Zwischen 1940 und heute verdichtet sich in Waldram (früher Föhrenwald) die jüngste Zeitgeschichte.

Regional, national und international einzigartige Geschichte hautnah erleben!

30.000 Besucherinnen und Besucher im Erinnerungsort BADEHAUS – ein Meilenstein, der zeigt, wie lebendig Erinnerungskultu...
22/04/2026

30.000 Besucherinnen und Besucher im Erinnerungsort BADEHAUS – ein Meilenstein, der zeigt, wie lebendig Erinnerungskultur sein kann. 💬

Am 16. April haben wir mit dem Besuch der CSU-Landtagsabgeordneten Dr. Petra Loibl, Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene, und Josef Zellmeier, Vorsitzender des Haushaltsausschusses, diese Marke überschritten.

Ihr Besuch macht deutlich, welche Bedeutung das BADEHAUS als Ort der Bildung 🖋️ und des Erinnerns 💭 hat.

Ihre Worte dazu (die vollständigen Zitate findet ihr auf unserer Website):

➡️ Dr. Petra Loibl, MdL: „Willkür und Leid, Hoffnung und Aufbruch – und das alles an einem Ort. Dr. Sybille Krafft hat im BADEHAUS Waldram in Wolfratshausen eine Ausstellung konzipiert und ständig weiterentwickelt, die selbst im Museumsland Bayern ihresgleichen sucht. [...]. Für wen Geschichte bislang nur staubige Vergangenheit war, wird spätestens hier zum Nachdenken angeregt und findet Interesse an dem, was war – und wie es uns geprägt hat. […].“

➡️ Josef Zellmeier, MdL: „Das BADEHAUS Waldram ist eine in Bayern einzigartige Einrichtung. Hier wird Geschichte vor Ort erlebbar, und zwar nicht nur „eine“ Geschichte, sondern ganz unterschiedliche Wegmarken, die die Mitte des vergangenen Jahrhunderts um den Epochenbruch des Weltkriegsendes herum geprägt haben. Man ist vor Ort, dort, wo es geschah – und staunt. [...].“

Seit der Eröffnung 2018 wächst das Interesse stetig – allein 2025 besuchten uns rund 7.000 Menschen ❕

Dabei stecken mehr als 76.000 Stunden Ehrenamt hinter diesem Ort. Danke an alle, die ihn möglich machen, ihn besuchen und weitertragen! 💚

niewieder

Wie wurde ein Stück Stoff zum Todesurteil? 💭Am 19. September 1941 tritt im Deutschen Reich die „Polizeiverordnung über d...
16/04/2026

Wie wurde ein Stück Stoff zum Todesurteil? 💭

Am 19. September 1941 tritt im Deutschen Reich die „Polizeiverordnung über die Kennzeichnung der Juden“ in Kraft.

➡️ Sie verpflichtet alle noch im Reichsgebiet lebenden Jüdinnen und Juden ab sechs Jahren, in der Öffentlichkeit einen sechszackigen gelben Stern mit der Aufschrift „Jude“ auf der linken Brustseite zu tragen. Wer dieser Vorschrift nicht nachkommt oder versucht, den Stern zu verdecken, wird verhaftet.

Der sogenannte „Judenstern“ wird damit zu einem zentralen Instrument der nationalsozialistischen Verfolgung. Er verschärft Isolation, Stigmatisierung und Gewalt und macht jüdische Menschen sichtbar für Diskriminierung, Verfolgung und Deportation. Die öffentliche Kennzeichnung steht dabei in unmittelbarem Zusammenhang mit der systematischen Verfolgung jüdischer Menschen im Deutschen Reich.

Im Rahmen der Veranstaltung „Zwei Leben“ übergab Dr. Maximilian Pick dem Erinnerungsort BADEHAUS zwei „Judensterne“ aus dem Besitz seiner Familie – persönliche Zeugnisse einer historischen Realität, die Millionen Menschen betroffen hat. Es ist uns eine Ehre, diese Objekte nun in unserer Sammlung bewahren zu dürfen.

Die Sammlungs-AG baute eine Vitrine auf, in der sie für einen Monat in der Ausstellung für Besuchende zu sehen waren. Die Präsentation der „Judensterne“ im Erinnerungsort BADEHAUS dient der historischen Aufklärung über die Verbrechen des Nationalsozialismus und die Verfolgung jüdischer Menschen – und schafft Raum für Erinnerung und Auseinandersetzung. 🕯️

Zeitzeuge Michael Bergmann 💬 – Überlebender und Motorradfan Michael Bergmann wird in Karlsbad (heute Tschechien) in eine...
26/03/2026

Zeitzeuge Michael Bergmann 💬 – Überlebender und Motorradfan

Michael Bergmann wird in Karlsbad (heute Tschechien) in eine jüdische Familie geboren. Nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht flieht die Familie nach Prag. Fünf Jahre später wird sie ins Ghetto Theresienstadt verschleppt. Michaels Mutter muss Zwangsarbeit leisten, Michael überlebt unter anderem durch das Stehlen von Kartoffeln.

Nach der Befreiung kehrt die Familie nach Karlsbad zurück. 1946 zieht Michael mit seiner Mutter ins jüdische DP-Lager Föhrenwald nach Deutschland. Dort besucht er die Schule in Wolfratshausen, macht eine KFZ-Lehre 🔧 und zieht 1956 mit seiner Mutter nach München.

Bei der Veranstaltung „Zwei Leben“ berichtete Michael Bergmann im Zeitzeugengespräch von seinen Erfahrungen. Die „jungen BADEHÄUSLER“ trugen außerdem eine szenische Lesung aus Michaels Erinnerungen vor. 🎤

➡️ Im Erinnerungsort BADEHAUS erzählen Fotos, Texte und Objekte von den Lebenswegen der Menschen in Föhrenwald und ihrem Neubeginn nach Flucht und Vertreibung.

Wer steckt eigentlich hinter den Badehäuslern? 💭Ein inzwischen mehr als 50-köpfiges Team, das mit unglaublich viel Herz,...
19/03/2026

Wer steckt eigentlich hinter den Badehäuslern? 💭

Ein inzwischen mehr als 50-köpfiges Team, das mit unglaublich viel Herz, Zeit und Engagement dabei ist. Wir sind dankbar für jede einzelne Person, die diesen besonderen Ort mitträgt, mitgestaltet und unterstützt.

Ein Teil von uns – inzwischen etwa ein Drittel – gehört zu den „jungen BADEHÄUSLERN“. Heute stellen wir Euch einige von ihnen vor: Sie bringen neue Perspektiven, Ideen und ganz viel Freude ein und sind fest im Alltag des BADEHAUSES verankert – in der Museumsarbeit, bei Veranstaltungen sowie in Organisation, Verwaltung, IT, Technik und Kommunikation. 💬

Heute zeigen wir Euch einige dieser jungen Badehäusler – stellvertretend für viele weitere, ohne die all das nicht möglich wäre. 💚

Du möchtest Teil unseres stetig wachsenden Teams werden? Wir freuen uns über jeden, der unsere Erinnerungsarbeit mitgestalten möchte!

Flucht, Verlust, Neubeginn … 💭Nach dem Zweiten Weltkrieg mussten Millionen Deutsche ihre Heimat verlassen. 1955 kaufte d...
10/03/2026

Flucht, Verlust, Neubeginn … 💭

Nach dem Zweiten Weltkrieg mussten Millionen Deutsche ihre Heimat verlassen. 1955 kaufte das Katholische Siedlungs- und Wohnungsbauwerk der Erzdiözese München-Freising das DP-Lager Föhrenwald, um Wohnraum für Heimatvertriebene zu schaffen. Im Frühjahr 1956 zogen die ersten Familien ein, zehn Jahre nach Vertreibung aus Bayern, Böhmen, Schlesien, Ostpreußen, Siebenbürgen und weiteren Regionen.

Viele der Heimatvertriebenen, die 1956–57 nach Föhrenwald kamen, hatten traumatische Erfahrungen von Vertreibung und Heimatverlust hinter sich – Erfahrungen, die viele miteinander teilten. 💬 An ihrem neuen Wohnort rückten sie daher eng zusammen und beteiligten sich an zahlreichen gemeinsamen Aktivitäten. Schon bald entstand ein ausgeprägtes Kulturleben.

➡️ Im Erinnerungsort BADEHAUS erzählen heute Fotos, Texte und Objekte aus diesen ersten Jahren von Gemeinschaft und der Suche nach Heimat. Ihre Stimmen stehen für die Kraft, nach Verlust und Vertreibung neu anzufangen – Hör selbst hinein und entdecke ihre Geschichten!

Literatur als Annäherung: Wie jüdische Überlebende vom Holocaust erzählen 🖋️„Schejres Haplejte“ – jiddisch für „Rest der...
05/03/2026

Literatur als Annäherung: Wie jüdische Überlebende vom Holocaust erzählen 🖋️

„Schejres Haplejte“ – jiddisch für „Rest der Geretteten“ – so bezeichneten sich die jüdischen Überlebenden der Schoah selbst. Unmittelbar nach der Befreiung begannen einige von ihnen zu schreiben. Ihre Gedichte, Erzählungen und Romane sind frühe literarische Annäherungen an das Unfassbare – wütend, anklagend, erinnernd. 💭

Von 1945 bis in die frühen 1950er Jahre erschienen in Deutschland zahlreiche Texte auf Jiddisch oder Hebräisch. Sie dokumentierten persönliche Erfahrungen und alltägliche Begegnungen im besetzten Nachkriegsdeutschland – und klagten zugleich die Selbstgerechtigkeit der Mehrheitsgesellschaft an. 🗣️

Im Erinnerungsort BADEHAUS haben die Geschwister Dr. Rachel und Dr. Beno Salamander bei der Veranstaltung „Mir zenen do!“ aus diesen Texten der „Schejres Haplejte“ gelesen. Ihre eigene Kindheit verbrachten sie von 1951 bis 1956 im DP-Lager Föhrenwald – ihre Stimmen verbanden Erinnerung und Literatur auf besondere Weise.

📖 Felicitas Friedrich von der Monacensia führte in das Thema ein und ordnete die frühen literarischen Zeugnisse historisch ein.

📖 Die Schauspielerin Maren Solty las die deutschen Übersetzungen der jiddischen Texte.

📖 Gemeinsam mit Rhiannon Moutafis, wissenschaftliche Mitarbeiterin im BADEHAUS, sprachen Rachel und Beno Salamander über Kultur und Literatur im DP-Lager Föhrenwald.

Ein bewegendes Beispiel ist das Gedicht „Das blaue Kleid“ von Mates Olitski, im Band „In Fremdn Land“ (1948). Was wie ein Lobgedicht beginnt, wird durch drei Fragen gebrochen – und legt die Verstrickung von Tätern und Profiteuren des Holocausts offen.

Auch in einer seiner Kurzgeschichten wird der Bahnhof zum verstörenden Schauplatz – gelesen von Dr. Beno Salamander und Maren Solty bei der Veranstaltung „Mir zenen do!“ im BADEHAUS. 📖

➡️ Hier wurde das Leben nach der Shoah dokumentiert. 🖋️Der Föhrenwald-Almanach „In der Wüste“, herausgegeben vom Kultura...
24/02/2026

➡️ Hier wurde das Leben nach der Shoah dokumentiert. 🖋️

Der Föhrenwald-Almanach „In der Wüste“, herausgegeben vom Kulturamt im Lager Föhrenwald am 6. September 1947, ist eine eindrucksvolle Momentaufnahme des Alltags im jüdischen DP-Lager. Der Titel verweist auf das erste im Lager aufgeführte Bühnenstück – und steht zugleich sinnbildlich für die Lebensrealität der Überlebenden zwischen Vergangenheit und Neubeginn. 💭

Der Almanach gibt einen umfassenden Einblick in das Leben und die Aktivitäten im Lager: von den verschiedenen Lagerverwaltungen mit ihren Aufgaben bis hin zu den Kibbuzim, die sich als soziale und gemeinschaftliche Strukturen gebildet hatten. Politisch engagierte Gruppen, Ausbildungsangebote und handwerkliche Werkstätten – etwa Schlosserei 🔧, Schmiede oder Schneiderei – zeigen, wie stark der Fokus auf Zukunft, Selbstständigkeit und Wiederaufbau lag.

Auch das Theater nahm einen zentralen Platz ein. Zwischen 1946 und 1948 entstanden mehrere Gruppen: Bamidbar, Maapilim, Bar Kochba und Negev. Die Inhalte reichten von politischen Hoffnungen auf ein zukünftiges Israel bis zu volkstümlichen Stücken über jüdisches Alltagsleben.

📖 Bamidbar, unter der Leitung von Jacob Biber, brachte unter anderem Werke von Sholem Alejchem wie „Tewje der Milchmann“ sowie weitere jiddische Stücke auf die Bühne.
📖 Maapilim, mit Mitgliedern des Kibbutz Herzliyah und Brit Hachil, spielte Stücke wie „Auf dem Weg nach Eretz Israel“ und „Mir zaynen do“ – „Wir sind hier“.
📖 Bar Kochba, gegründet vom Kibbutz Pachach, thematisierte Kriegserlebnisse und zeigte später unter anderem „Die heldenhafte Familie“ sowie „Der große Gewinn“ von Sholem Alejchem.

Warum war Theater im DP-Lager Föhrenwald lebenswichtig? 💭Zwischen 1946 und 1948 gab es im jüdischen DP-Lager Föhrenwald ...
17/02/2026

Warum war Theater im DP-Lager Föhrenwald lebenswichtig? 💭

Zwischen 1946 und 1948 gab es im jüdischen DP-Lager Föhrenwald vier Theatergruppen: Bamidbar, Mapilim, Bar Kochba und Negev.

Sie wurden von Holocaust-Überlebenden gegründet und organisiert und traten nicht nur in Föhrenwald auf, sondern auch in anderen DP-Lagern der US-Zone. 🇺🇸

Gleichzeitig gastierten Ensembles aus anderen Lagern in Föhrenwald – ein kultureller Austausch unter Überlebenden.

Gespielt wurden vor allem zwei Arten von Theaterstücken:

1️⃣ Jiddische Stücke aus der Vorkriegszeit erinnerten an Kultur, Sprache und das Leben vor dem Holocaust. Jiddisch war die gemeinsame Verständigungssprache der jüdischen Displaced Persons aus verschiedenen Ländern Europas. Die Aufführungen halfen, an die eigenen Wurzeln anzuknüpfen und die gemeinsame jüdische Identität nach der Shoah neu zu stärken.

2️⃣ Jiddische Stücke aus der Nachkriegszeit thematisierten die Erfahrungen während des Holocaust – im KZ, auf der Flucht oder im Versteck. Teilweise standen die Darstellerinnen und Darsteller sogar in ihren eigenen KZ-Uniformen auf der Bühne. In diesem geschützten Raum konnten Überlebende ihre Erfahrungen teilen, ohne sie erklären zu müssen, und ihre Trauer sowie ihre Erinnerungen gemeinsam verarbeiten.

Diese beiden Funktionen – die Wiederherstellung jüdischer Identität und die kollektive Verarbeitung von Trauma – waren richtungsweisend für den gesamten Kulturbetrieb in den jüdischen DP-Lagern. 📖

Bis 1948 lösten sich die Theatergruppen auf, da viele Schauspieler:innen nach Israel, in die USA oder nach Kanada auswanderten. In den darauffolgenden Jahren bestand schließlich nur noch das Kindertheater.

Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte Marianne Bramer als Kind im DP-Lager Föhrenwald.Ihre Erinnerungen 💭 erzählen davon, wie...
20/12/2025

Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte Marianne Bramer als Kind im DP-Lager Föhrenwald.

Ihre Erinnerungen 💭 erzählen davon, wie Chanukka im jüdischen DP-Lager gefeiert wurde, aber auch davon, dass Weihnachten Teil ihres Lebens war – und wie eine einfache Spielesammlung ihr große Freude bereitet hat.

Solche persönlichen Einblicke machen Geschichte greifbar.

In einer Zeit, in der die Welt von großer Unruhe geprägt ist, sind Orte wie das BADEHAUS daher wichtiger denn je: als Brückenbauer, als Orte der Begegnung, Bildung und Demokratie.

Durch den Kontakt zu Zeitzeuginnen wie Frau Bramer gelingt es uns, Geschichte persönlich und nahbar zu erzählen.

🤍 Bleiben Sie an unserer Seite und unterstützen Sie im kommenden Jahr unser Erinnerungsprojekt, um diese Geschichten lebendig zu halten.

Erinnerung an Georg Elser 💭Volles BADEHAUS am 16. November: „Der Zitherspieler“ begeisterte das Publikum und brachte die...
22/11/2025

Erinnerung an Georg Elser 💭

Volles BADEHAUS am 16. November: „Der Zitherspieler“ begeisterte das Publikum und brachte die Erinnerung an Georg Elser – den Widerstandskämpfer, der 1939 ein Attentat auf Hi**er plante – eindrucksvoll zurück. ✊🏼

Da keine Originaltexte Elsers erhalten sind, ließ das Künstlerteam Georg Glasl (Zither), Sabine Reithmaier (Text & Dramaturgie), Ruth Geiersberger (Schauspiel) und Benni Beblo (Klangregie) seine Stimme durch Musik 🎶 und historische Dokumente 📄 sprechen.

Zitherklänge, Geräusche und Textfragmente verschmolzen zu einer intensiven akustischen Collage. Das Stück zeigte eindrücklich, wie kraftvoll Erinnerungskultur sein kann – und wie wichtig es bleibt, mutige Stimmen wie die von Georg Elser sichtbar zu machen. 🕯️

Im Anschluss lud das BADEHAUS zu einer Podiumsdiskussion 💬 über Elsers Tat, die Inszenierung und die Bedeutung von Erinnerungskultur ein.

Adresse

Kolpingplatz 1
Wolfratshausen
82515

Öffnungszeiten

Freitag 09:00 - 17:00
Samstag 13:00 - 17:00
Sonntag 13:00 - 17:00

Telefon

+4981712572502

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