11/10/2024
Unsere Ausstellungsräume im Museum auf der Hardt sind auch immer wieder Räume für Begegnungen. Anfang September lud die Vereinte Evangelische Mission (VEM) zum Booklaunch „MISSION GEHT’S NOCH? Warum wir postkoloniale Perspektiven brauchen“. Auf 192 Seiten beleuchtet die Herausgeberin, Pfarrerin Dr. Claudia Währisch-Oblau, Leiterin der Abteilung Evangelisation der VEM, gemeinsam mit 16 internationalen Co-Autor*innen die vielschichtigen und herausfordernden Aspekte einer postkolonialen Mission.
Mission, so die Herausgeberin, sei eine Bewegung der heiligen Geistkraft Gottes, die alle menschlichen Programme, Pläne und Machtansprüche sprenge. Postkoloniale Mission bedeute, Macht abzugeben, Veränderung zuzulassen und Gottes Handeln in der Welt zu erwarten. Währisch-Oblau beschreibt eine Mission, die nicht länger das Projekt reicher Kirchen aus dem globalen Norden sei, sondern eine weltweite Bewegung von Menschen, die sich von Gottes Geistkraft in Bewegung setzen lassen – eine Bewegung von überall nach überall, in der alle Lernende sind. In seinem Grußwort sprach Pfarrer Dr. Andar Parlindungan, VEM – Generalsekretär und Vorstandsvorsitzender der Archiv- und Museumsstiftung der VEM, über die Bedeutung des Buches für die Mission im 21. Jahrhundert.
Unsere Ausstellungsräume mit den historischen Ausstellungsstücken über Missionsgeschichte ermöglichten eine ganz besondere Atmosphäre um über die Vergangenheit und Zukunft der Mission zu reflektieren und die Bedeutung einer postkolonialen Perspektive zu diskutieren.
Der Abend bot den 60 Gäst*innen nicht nur die Gelegenheit, mehr über die Ideen und Visionen einer postkolonialen Mission zu erfahren, sondern auch, in den Austausch über die eigene Sichtweise und Erfahrungen zu treten. Die positive Resonanz und die lebhaften Gespräche der Gäste untereinander, beim abschließenden Empfang ,spiegelten das große Interesse an den im Buch behandelten Themen wider und verdeutlichten die Relevanz einer neuen, diversitätsbewussten Mission.