Ausschuss:
Präsident: Mirko Insam
Vizepräsident: Lisa Dalponte
Kassierer: Sabine Comploi
Bibliothek und künstlerische Leitung: Sophie Eymond
Presse und künstlerische Leitung: Valeria Stuflesser
Schriftführung und künstlerische Leitung : Leonora Prugger
Grafik: Mara Maierhofer
Technik: Simon Senoner
Beirat:
Luca Fabbro
Lukas Pitscheider
Castor Comploi
Manuel Messner
Der Ausstellungsverein:
Von
1920 bis zum Zweiten Weltkrieg gibt es in St.Ulrich einen "Ausstellungsverein". Dieser wurde von Jakob Mussner, Jakob Crepaz und Vinzenz Moroder gegründet da es eine allgemeine Wirtschaftkrise gab wovon die Grödner Holzschnitzer nicht verschont blieben. Der Verein ermöglichte vielen Bildhauern im Tale, durch die alljährlichen Ausstellungen mit Interessenten direkt in Verbindung zu treten. Dabei wurden formmäßig und handwerklich zum Teil bemerkenswerte Arbeiten gezeigt, mitunter auch eigene Schöpfungen, die eine Hebung der Qualität der Grödner Holzschnitzkunst einleiteten. Das einzige Ziel bestand in der Förderung jeder künstlerischen Tätigkeit. Dieser Kreis lud alle zur Mitarbeit ein, die gewillt waren, die künstlerisch-kulturellen Interessen Grödens gemäß katholischer Weltanschauung zu fördern, mit dem Hauptaugenmerk auf die Erneuung der Kunst und zwar der christlichen Kunst. Die Gründung von diesem Ausstellungsverein hat man hauptsächlich Bera Gustl da Furdenan (August Runggaldier) und Vinzenz Moroder da Resciesa zu verdanken. Am Anfang werden einige Stücke an Touristen verkauft, die in der damalige Volksschule ausgestellt wurden. Erst im Jahre 1937, während des Faschismus, wurde mit Beiträgen von den Handwerkern und der Unterstützung mit dem damaligen Oberbürgermeister Tanesini das heutige Haus der Mostra d'Ert mit Sitz im Kreis für Kunst und Kultur in St.Ulrich gebaut. Die Präsidenten waren Vinzenz Moroder da Resciesa, Luis Kostner da Stlejuc, Karl Crepaz da Maidl, Luis Pezzei und Vinzenz Peristi. Der Kreis der Kunstschaffenden:
Im Herbst 1945 übernahmen dann jüngere Kräfte die Leitung dieses Vereins, darunter- sind zu erwähnen: Viktor Moroder dl Tannenheim, Raimund Mureda, Milly Schmalzl, Rudolf Moroder-Rudolfine. Im neuen Ausschuß war man sich einig, daß auch weiterhin religiöse Themen im Ausstellungswesen vorherrschen sollten, doch weniger in einfachen Nachahmungen vergangener Stilgattungen, als aus der Gegenwart empfundener und erlebter Darstellungen. Um leichter neue Wege zu finden, eiferte man die Mitglieder an, Versuche in anderen Materialien anzustellen (dies wird jedoch sehr von den Holzbildhauern kritisiert). Neben der ersten Nachkriegsausstellung im Sommer 1946 wurde auch ein Wettbewerb für Weihnachtskrippen ausgeschrieben, der mitunter originelle Ergebnisse zeigte. Ein bedeutender Teil der ersten Ausstellung bildete eine Schau von Werken des Altmeisters Josef Moroder-Lusenberg, dessen Geburtstag sich zum hundertsten Male jährte. Der Ausstellungsverein wurde dann in "Kreis der Kunst- schaffenden" umbenannt, aber immer vom selben Ausschuß geführt. Rudolf Moroder war in diesen Reihen nicht nur ein mutiger Mitstreiter, vielmehr verwirklichte er neue Ideen in Holz und Ton und bewies sein fachliches Können wie sein außergewöhnliches kompositorisches Empfinden im gestaltgebenden Denken. Bei den meisten Mitbürgern fand das Suchen nach neuen Ausdrucksformen wenig Verständnis. Dies schon gar nicht dann, wenn einzelne Aussteller versuchten, den menschlichen Körper in stilisierter Form darzustellen. ein junger Bildhauer einen weiblichen Torso in Terrakotta ausgestellt (der etwa an Wilhelm Lehmbruck erinnerte) und damit bei kleinlichen Seelen Ärgernis erregt. Das war Grund genug, um gegen diese "revolutionäre" Gruppe Sturm zu laufen. Es kam so weit daß die Mutter jenes jungen Bildhauers nach einigen Tagen das Korpus delicti in ihrer Einkaufstasche nach Hause brachte. Einen moralischen Rückhalt erhielt der Kreis der Kunst-, schaffenden damals von anerkannten Fachleuten von auswärts: Dr. Heinrich Waschgler, Dr. Josef Ringler, Dr. Franz Colleselli und Angelo Della Masséa. Die Bibliothek:
1950 hatte man das Bedürfnis die kulturelle Tätigkeit zu erweitern, mit dem ersten Schritt eines Aufbaues einer kleinen Bibliothek, die sich dann langsam entwickelte und heute die größte Auswahl an Kunstbüchern in ganz Südtirol besitzt. Im Jahre 1951 wagte der Kreis der Kunstschaffenden eine größere Schau unter dem Motto "Dreihundert Jahre Holzschnitzkunst in Gröden". Nach dem Umbau der Ausstellungsräume am Antoniusboden wurden in mühevoller Arbeit Werke alter Meister zusammengetragen und zusammen mit jenen der lebenden Bildhauer und Maler ausgestellt. Man versuchte auch Werke aus der Kirche herzuschleppen was aber leider nicht möglich war. Den Erneuerungsversuchen gegenüber sind alle immer noch skeptisch. Im darauffolgenden Jahr wird ein neuer Wettbewerb veranstaltet und um neue Ideen eher zum Durchbruch zu verhelfen und allzu herkömmliche Darstellungen in den Hintergrund zu drängen, wurde eine auswärtige Jury verpflichtet. Für einen weiteren Kontaktversuch lud man 1953 die Bildhauer und Maler des Südtiroler Künstlerbundes und des italienischen Künstlersyndikates von Bozen und Trient zu einer Ausstellung ein. In Rom spricht man diesbezüglich von einer "Gemeinschaftsschau der „Annäherung" und hob besonders die Zusammenführung von Künstlern der drei Sprachgruppen hervor. Nur wenige verstanden, daß solche Veranstaltungen das Schaffen in Gröden beleben sollten, und sie erhoben den Einwand, daß man den Einheimischen den Platz in der Ausstellung vorenthalte. Daraufhin kam es im Herbst bei der Jabresversammlung zu scharfen Auseinandersetzungen. Dem Ausschuß wurde klar, daß er unter diesen Voraussetzungen nicht weiterarbeiten könne, denn Kunst muß der Ausdruck der Gegenwart sein und nicht der Vergangenheit. Der bisherige Ausschuß trat geschlossen zurück und überließ anderen die Leitung des "Kreises der Kunstschaffenden". Erwähnenswert sind noch die Konzerte klassischer Musik, welche vom "Quartett Ferrari" im Kreis der Kunstschaffenden veranstaltet wurden, später noch Klavierkonzerte vom Grödner Pianisten Siegfried Schmalzl. In den ersten Nachkriegsjahren waren dies seltene Veranstaltungen für die man dankbar war.
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