24/05/2026
Eröffnungszeremonie der internationalen Keramikausstellung in der Pinacoteca
Tassen: Brücken zwischen Kulturen: Über 200 Werke von 33 Künstlern
Von Massimo Radicchi
CITTA' DI CASTELLO
Geografische und kulturelle Grenzen verschwimmen im eindrucksvollen Erdgeschoss der Pinacoteca Comunale, wo heute die dritte Ausgabe von „TazzinArt“ eröffnet wurde. Bis zum 21. Juni verwandelt die wichtigste Veranstaltung für Keramik aus Città di Castello die alltägliche Kaffeetasse in eine kraftvolle Metapher für Dialog und gegenseitiges Zuhören und verbindet lokales Kunsthandwerk mit modernster internationaler Forschung.
Kurator Lorenzo Fiorucci erläuterte die tiefgründige Essenz der von der Stadtverwaltung geförderten Veranstaltung: die Anregung des kulturellen Austauschs durch die Präsentation von über 200 Werken von 33 Künstlern. Die Ausstellung ist in vier Bereiche unterteilt. Die erste Kategorie begrüßt das Gastgeberland Mexiko, vertreten durch junge Talente aus Mexiko-Stadt: Der organische Stil von Isaac Oropa, die konstruktive Linearität von Leonardo Silva und die Fragmentierung von Leslie González schaffen Lösungen von höchster Raffinesse.
Tazzinart – Bis zum 21. Juni die wichtigste Veranstaltung für Keramik
von außergewöhnlicher Raffinesse.
Die zweite Kategorie ist prominenten bildenden Künstlern vorbehalten, die sich der Keramik zugewandt haben: Jo’ Mainolfi interpretiert die Tasse als harmonische Kugel neu, Paolo Canevari kombiniert Altöl mit Ton, Toni Bellucci modelliert Segelschiffe, bereit für ideale Meere, Massimo Luccioli evoziert die archaischen Formen des schwarzen etruskischen Bucchero, und der deutsche Künstler Thomas Lange verfestigt den Abdruck des Materials selbst.
Die dritte Kategorie, das Herzstück der Veranstaltung, ist talentierten Keramikern vorbehalten, die technisches Können und grenzenlose Fantasie vereinen.
Fanette Cardinali präsentiert lebendige, dreidimensionale Landschaften, Simona Baldelli spielt elegant mit der Zerbrechlichkeit der Schönheit, Luca Baldelli erhellt Oberflächen mit alchemistischem Gold, und Monica Monaia verbindet afrikanische und europäische Wurzeln in einem Pop-Stil.
Die vierte Kategorie richtet den Blick in die Zukunft mit den jungen Schülern der Bufalini-Schule, darunter die Werke von Eleonora Duranti, Viola Mariaccis buchförmige Tassen und die Arbeiten von Emilia und Adele Decenti, Mutter und Tochter.
Bereichert durch die orientalische Note des japanischen Meisters Hirano Mutsuo, vereint die Veranstaltung Kultur und Entwicklung. Wie Vizebürgermeister Giuseppe Bernicchi und Stadträtin Michela Botteghi betonten, verbindet die Veranstaltung die große lokale Tradition mit einer starken zeitgenössischen Ausrichtung. Sie schlägt eine Brücke zum Rust-en-Vrede-Tonmuseum in Kapstadt, Südafrika, das am 15. August mit einem zweisprachigen Katalog eröffnet wird und Città di Castello auf die internationale Bühne rückt.