05/10/2026
Echt Halle. Die Saalnixen – eine Sage aus Halle an der Saale
Tief auf dem Grund der Saale, in Seen und Brunnen, sollen Nixen leben. Noch bevor die Menschen auf die Erde kamen, spielten sie an den Ufern und auf den Wiesen – in ewiger Jugend und ewigem Frühling.
Den Menschen waren sie wohlgesinnt. Nachts zogen sie mit ihren langen Haaren das Wasser aus den Sollöchern, sodass am Morgen nur noch glitzernde Salzkristalle zurückblieben.
Besonders die Kinder standen unter ihrem Schutz. Neugeborenen Mädchen setzten sie heimlich eine Nelkenkrone auf, die niemals verwelkte und sich nach drei Tagen in reines Gold verwandelte. Jungen schenkten sie eine Kette aus 18 Mohnköpfen, die zu reinem Silber wurden.
Fiel ein Kind ins Wasser, trugen die Nixen es sanft ans Ufer. Sie bewahrten die Kleinen vor dem Ertrinken und lehrten sie schwimmen.
Der Sage nach leben ihre Geschenke im Schmuck der Halloren weiter: in der goldenen Nelkenkrone der Brautjungfern und den 18 silbernen Mohnköpfen an der Kleidung der Männer. Auch der Glaube, ein Hallore könne nicht ertrinken, wird auf den Schutz der Nixen zurückgeführt.
Eine Sage, die die Saale, das Salz und die Traditionen der Halloren miteinander verbindet.
Quelle: Frei nach „So weiß wie Schnee … – Sagen und Geschichten rund um das Salz“, Rüdiger Just unter Mitwirkung von Ingeborg von Lips-Sültemeyer, Hallesches Salinemuseum e. V. (KI bearbeitet)