21/10/2026
Zwischen 1930 und 1942 dokumentierte August Sander seine Wohn-und Arbeitsräume in der Dürener Straße 201 in Köln-Lindenthal. Die in unserer aktuellen Publikation abgedruckte
Mappensequenz „Lichtbildwerkstatt August Sander, Köln-Lindenthal“ enthält insgesamt 71 Motive, in unserer Ausstellung zeigen wir eine Auswahl von zwölf Bildern gemeinsam mit einigen der abgebildeten Originalmöbel.
Die Aufnahmen vermitteln einen lebendigen Eindruck von Sanders Lebens-und Arbeitsumfeld. Ein von der damaligen Auszubildenden Katharina Jaeger angefertigtes Portrait zeigt Sander in seinem Photolabor umgeben von in Glasflaschen aufbewahrten Chemikalien. Das Motiv erinnert daran, wie eng verflochten Chemie und analoge Photographie vor weniger als 100 Jahren waren. Es war üblich, dass Photographen die zur Entwicklung der Bilder notwendige Chemie selbst anmischten.
Ein weiteres Motiv gewährt einen Blick in Sanders Aufnahmeraum. Die Großbildkamera, das Biedermeiersofa und die Ölgemälde darüber bilden eine eher konservativ-bürgerliche Atmosphäre ab. Die Aufnahmen aus der „Lichtbildwerkstatt“ erinnern daran, dass August Sanders Jugend-und Ausbildungszeit im 19. Jahrhundert bzw. im Umbruch zum 20. Jahrhundert lagen und dass er sein heute berühmtestes Werk „Menschen des 20. Jahrhunderts“ konzipierte, als er bereits über 50 Jahre alt war.
[Katharina Jaeger (1910–1994) für das Atelier August Sander, August Sander im Labor, 1939 und August Sander (1876–1964), Aufnahmeraum, um 1938, Gelatinesilberabzüge, Die Photographische Sammlung/Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn © Die Photographische Sammlung/Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn – August Sander Archiv, Köln; VG Bild-Kunst, Bonn 2026]
[Ausstellungsansichten: Patrick Schwarz/Die Photographische Sammlung/Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn]