11/10/2026
Jahresexkursion 2026, Tag 2: KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora
Am zweiten Tag haben wir die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora bei Nordhausen besucht. Ab 1943 mussten Häftlinge hier ein Stollensystem im Kohnstein ausbauen, in dem die V2-Rakete gebaut wurde. Mehr als 60.000 Menschen aus ganz Europa waren im Lagerkomplex inhaftiert, etwa ein Drittel hat nicht überlebt.
Mit einer Führung ging es in die Stollenanlage, ab 1936 als Treibstofflager der Wehrmacht angelegt. In der Anfangszeit schliefen die Häftlinge monatelang unter Tage, zu Tausenden in einer Kammer, ohne Tageslicht und unter katastrophalen Bedingungen. Mehrere Tausend starben in diesen ersten Monaten. Nach dem Krieg wurden die Eingänge gesprengt, seit 1995 ist ein Teil wieder begehbar, möglichst im vorgefundenen Zustand. Wer bei 8 Grad zwischen Felswänden und Trümmern steht, ahnt, was die Häftlinge ertragen mussten.
Danach haben wir das weitläufige Gelände in Gruppen auf eigene Faust erkundet, mit Karte oder Audioguide.
Als Verein beschäftigen wir uns viel mit unterirdischen Bauwerken. Mittelbau-Dora hat uns eindringlich gezeigt, dass hinter vielen dieser Anlagen Zwangsarbeit, Leid und Tod stehen. Auch diese Seite der Geschichte gehört zu unserer Arbeit.
Von diesen zwei Tagen nehmen wir viel mit. In Kassel haben wir gesehen, wie die ViKoNauten Keller und Bunker mit Zeitzeugenberichten und viel Liebe zum Detail zum Sprechen bringen. In Nordhausen haben wir erlebt, wie viel Raum ein weitgehend belassener Ort für eigene Gedanken lässt. Das fließt in unsere Touren ein und in Themen, denen wir uns stärker widmen wollen: Luftschutz, Zwangsarbeit und die Menschen hinter den Bauwerken.
Danke an die Gedenkstätte für einen Tag voller Eindrücke und Gedanken. Ein besonderer Dank geht an unseren Guide, der trotz kurzfristiger Erkrankung extra für uns gekommen ist. Gute Besserung!
Jetzt geht es zurück nach Hamburg. Danke an alle, die dabei waren und diese Fahrt möglich gemacht haben.
Fotos: © Kim Kielau